Salzwiesen: Renaturierung ab 2027

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Beitrag vom Dienstag, 21. Juli 2026

Salzwiesen: Renaturierung ab 2027

Wo heute noch Entwässerungsgräben das Wasser ableiten, soll künftig wieder regelmäßig die Flut einströmen. Am Ostheller plant der Übertragungsnetzbetreiber Amprion, rund 80 Hektar Salzwiesen zu renaturieren. Das Vorhaben ist eine Ausgleichsmaßnahme für die Offshore-Netzanbindungsprojekte Bal-Win 1 und Bal-Win 2. Die Pläne stellte Celine Weigelt aus der Amprion-Abteilung Natur- und Artenschutz im Umweltausschuss vor.

Salzwiesen gehören zu den artenreichsten Lebensräumen der Nordseeküste. Sie entstehen dort, wo sich durch Ebbe und Flut Sedimente ablagern. Zunächst besiedeln Pionierpflanzen wie der Queller den Schlick. Ihre Wurzeln festigen den Boden, sodass sich nach und nach eine Salzwiese entwickeln kann. Weil die Flächen regelmäßig vom Meer überflutet werden, herrschen dort besondere Lebensbedingungen, an die sich nur spezialisierte Pflanzen und Tiere anpassen können.

Nach Angaben Weigelts wachsen dort unter anderem Andelgras, Strandflieder und Strandaster. Hinzu kommen bis zu 2.000 Tierarten, von Insekten und Spinnen bis zu Krebsen und Schnecken. Rund 50 Vogelarten nutzen die Salzwiesen als Brut- oder Rastgebiet. Damit besitzen sie internationale Bedeutung für den Vogelzug. Gleichzeitig speichern sie große Mengen Kohlendioxid und leisten als natürliche CO₂-Senken einen Beitrag zum Klimaschutz.

Auch beim Küstenschutz übernehmen sie eine wichtige Funktion, indem sie bei Sturmfluten Wellen abbremsen und so die Deiche entlasten, informierte Weigelt.

Um den ursprünglichen Wasserhaushalt wiederherzustellen, plant Amprion drei Maßnahmen. So soll an ausgewählten Stellen Boden abgetragen werden. Das Material dient dazu, die Entwässerungsgräben zu verfüllen. Dadurch kann sich das Wasser wieder ungehindert auf der Fläche ausbreiten und die natürliche Überflutung zurückkehren. Nach Abschluss der Arbeiten soll sich die Salzwiese ohne weitere Eingriffe entwickeln. Ein zehnjähriges Monitoring soll den Erfolg der Renaturierung dokumentieren.

Noch ungeklärt ist die Zufahrt zur Baustelle. Wegen der sensiblen Lage im Ostheller hat Amprion mehrere Varianten untersuchen lassen. Darüber laufen derzeit Gespräche mit der Stadt Norderney.

Der Baubeginn ist für Juli 2027 vorgesehen. Ob dieser Termin gehalten werden kann, hängt jedoch von den Schutzzeiten der Brut- und Rastvögel ab. Im günstigsten Fall dauert die Umsetzung zwei Bausaisons bis 2028, im ungünstigsten Fall ziehen sich die Arbeiten bis 2030 hin.