Optimistisch in Richtung Neustart

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Beitrag vom Montag, 27. Juli 2026

Optimistisch in Richtung Neustart

Das Norderneyer Krankenhaus hat wieder eine Perspektive. Nach Monaten der Unsicherheit überwog auf der Jahreshauptversammlung des Krankenhausfördervereins der Optimismus. Krankenhausgeschäftsführer Uwe Peters und Bürgermeister Frank Ulrichs machten deutlich, dass die Übernahme durch die Stadt weiterhin zum 1. September angestrebt wird. Noch fehlen einige formale Genehmigungen. Am grundsätzlichen Kurs aber ließen beide keinen Zweifel. Der Fördervereinsvorsitzende Dr. Peter Oswald erinnerte daran, dass das Insolvenzverfahren den Verein in den vergangenen beiden Jahren praktisch handlungsunfähig gemacht hatte. Die eingeworbenen Spenden und Mitgliedsbeiträge konnten nicht an das Krankenhaus fließen, weil sie sonst Teil der Insolvenzmasse geworden wären. Deshalb verschob der Vorstand auch den Einzug der Mitgliedsbeiträge für 2026. Nun, da sich das Verfahren dem Ende nähert, will der Verein seine Arbeit wieder mit voller Kraft aufnehmen.

Oswald machte zugleich deutlich, dass der Förderverein auch nach der Übernahme unverzichtbar bleibt. Er könne das Krankenhaus zwar nicht allein erhalten, sagte er, aber wichtige Anschaffungen und Projekte ermöglichen und damit insbesondere die Erst- und Notfallversorgung auf der Insel stärken.

Während Oswald die Rolle des Fördervereins in den Blick nahm, berichtete Krankenhausgeschäftsführer Uwe Peters über den Stand der Übernahme. Hinter den Kulissen laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Betriebsnummern, Steuerdaten und Abrechnungssysteme müssen neu eingerichtet werden, damit die neue Krankenhausgesellschaft arbeitsfähig ist.

Nach der notariellen Beurkundung des Kaufvertrags Anfang Juli fehlen nun noch einige Genehmigungen. „Das ist eine Wahnsinnsarbeit in der kurzen Zeit“, sagte Peters, zeigte sich aber zuversichtlich, den Zeitplan einhalten zu können.

Erfreulich seien auch personelle Veränderungen. Mit einer neuen Fachärztin für die Innere Medizin sowie zwei Oberärzten für Dermatologie und Chirurgie werden in den kommenden Wochen drei wichtige Stellen neu besetzt. Für Peters ist das ein wichtiges Signal für die künftige medizinische Versorgung auf der Insel. Er dankte dem Förderverein, der Belegschaft und explizit dem Bürgermeister.

Bürgermeister Frank Ulrichs erinnerte daran, wie ungewiss die Zukunft des Krankenhauses noch vor wenigen Monaten gewesen war. „Wir haben grundsätzlich eine positive Zukunftsprognose“, sagte er. Das sei die Grundlage dafür, nun wieder optimistisch nach vorn zu blicken.

Ganz abgeschlossen ist der Weg allerdings noch nicht. Bis zur Eigentumsübertragung stehen noch einige formale Genehmigungen aus. Parallel arbeitet das Beratungsunternehmen Vicondo Healthcare an einem Zukunftskonzept. In den Entwicklungsprozess ist inzwischen auch der Krankenhausförderverein eingebunden. Wie Dr. Peter Oswald berichtete, hat Vicondo Healthcare bereits den Kontakt gesucht, um Erfahrungen und Einschätzungen des Vereins in die laufende Bedarfsanalyse einzubeziehen.
Ulrichs betonte, dass sich die Stadt nicht auf die Übernahme des Krankenhauses beschränkt, sondern bereits die langfristige Entwicklung der medizinischen Versorgung auf der Insel vorbereitet. Ob das bestehende Gebäude modernisiert oder später durch einen Neubau ersetzt wird, sei noch offen. Nach Einschätzung des Bürgermeisters spreche jedoch vieles für einen Neubau. Das heutige Krankenhaus sei für deutlich mehr Betten ausgelegt als künftig benötigt würden und weise zudem einen erheblichen Sanierungs- und Investitionsstau auf.

Auch das Medizinische Versorgungszentrum will die Stadt weiterentwickeln. Eine zusätzliche Arztstelle ist bereits ausgeschrieben. Trotz des bundesweiten Fachkräftemangels gebe es weiterhin Interesse von Ärztinnen und Ärzten, auf Norderney zu arbeiten, berichtete Ulrichs.

Der Krankenhausförderverein soll dabei auch künftig eine wichtige Rolle spielen. Der Förderverein habe ein deutliches Signal gesetzt: „Wir stehen zu diesem Krankenhaus und wir brauchen dieses Krankenhaus“, so Ulrichs. Seit seiner Gründung im Jahr 2007 hat er nach eigenen Angaben rund 2,3 Millionen Euro für das Krankenhaus eingeworben. Zusätzlichen Rückenwind erhielt der Verein jetzt durch eine Erbschaft. Die ersten 100.000 Euro sind bereits eingegangen, weitere Mittel könnten folgen. Bevor das Geld an die neue Krankenhausgesellschaft fließen kann, muss allerdings die Satzung an die neue Trägerstruktur angepasst werden.

Zum Abschluss warb Ulrichs eindringlich dafür, den Förderverein auch nach der kommunalen Übernahme des Krankenhauses weiter zu unterstützen. Die Stadt allein werde die Herausforderungen der kommenden Jahre nicht schultern können. Der Förderverein ist ein wichtiger finanzieller Unterstützer, der das gemeinsamen Engagement der Insel für das Krankenhaus zeige, betonte Ulrichs: „Wir fordern nicht nur, sondern wir leisten selbst einen Beitrag hier auf der Insel.“ Gerade dieses Signal habe in Gesprächen mit Politik und Kostenträgern immer wieder großes Gewicht gehabt.

Wer den Krankenhausförderverein und damit die medizinische Versorgung auf Norderney unterstützen möchte, kann sich per Mail an den zweiten Vorsitzenden über peter@heckelmann-norderney.de wenden. Spenden sind auf das Konto DE31283615927103737300 möglich.