Badehaus öffnen oder schließen

Foto: Dorothee Linke

Beitrag vom Mittwoch, 26. Oktober 2022

Öffnen oder schließen

Ab der kommenden Woche ist das Badehaus zur diesjährigen Revision geschlossen, das Wasser im Außenbecken ist bereits abgelassen. Wann jedoch die einzelnen Bereiche des Hauses anschließend wieder öffnen können, wird derzeit im Aufsichtsrat des Staatsbades noch diskutiert. Auf der vergangenen Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Tourismus und Verkehr präsentierte die Technische Leiterin des Staatsbades Olivia Meiners-Hagen eine Übersicht über die zu erwartenden Energiekosten der kommenden fünf Monate und erläuterte mögliche Kosteneinsparungen im Falle einer längeren Schließung des Familienthalassobades (FTB) bis ins kommende Frühjahr hinein. Sollte das FTB erst im April statt bisher vorgesehen zum 25. Dezember diesen Jahres wieder geöffnet werden, wären demnach Kosteneinsparungen von über 20 Prozent zu erwarten.

Laut den vorgestellten Berechnungen stünden bei einer vollständigen Öffnung des Badehauses über die kommenden fünf Monate Energie-Gesamtkosten von knapp 1.230.000 Euro an, eine Verdreifachung der Kosten aus dem Jahr 2019. Bliebe das Familienbad von November bis einschließlich März geschlossen, aber die Wasser- und Feuerebene geöffnet, wären noch über 971.000 Euro zu erwarten, das wäre eine Kostenersparnis von rund 20 Prozent. „Aus wirtschaftlicher Sicht können wir dazu nur sagen, dass wir perspektivisch bis Ende Dezember das Familienbad schließen müssen, weil es sich wirtschaftlich nicht tragen lässt“, so Meiners-Hagen.
„Wohl ist uns bei dem Gedanken natürlich nicht, denn wir sind ein touristischer Standort und das Badehaus ist auch in den Wintermonaten Anlaufstelle für viele Gäste, die auf die Insel kommen und natürlich auch für die Insulaner.“ Das Familienbad wird über den Winter zudem durch die Schulen, für Schwimmkurse der DLRG und Sportangebote des TuS Norderney genutzt. „In Gesprächen mit der DLRG, mit dem TuS und den Schulen hat sich herausgestellt, dass der TuS-Rehasport und die Grundschule eine Möglichkeit sehen, auch im Bewegungsbecken der Wasserebene ihren Schwimmunterricht fortsetzen zu können“, so die Technische Leiterin. Daher gebe es Überlegungen, etwa durch einen Ruhetag oder Zeitfenster in den Morgenstunden, Freiräume für diese Angebote zu schaffen. „Die dann bei der Schließung des FTB auf der Strecke bleiben, das sind die Kooperative Gesamtschule und die Abnahme der Schwimmzeichen bei der DLRG zusammen mit den Triathleten“, so Meiners-Hagen.

Als drittes Szenario wurden zudem die Kosten berechnet, wenn das FTB geschlossen bleiben, aber den Gruppen weiter zur Verfügung stehen würde bei einer Absenkung der Beckentemperatur auf 23 bis 24 Grad. Eine solche Entscheidung wäre aber 100.000 Euro teurer, als das Familienbad komplett zu schließen und nur mit finanzieller Unterstützung umsetzbar.

„Wie wichtig es ist das Badehaus offenzuhalten, brauche ich nicht extra zu betonen“, sagte dazu Hans Vollmer vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband auf Norderney. Ratsfrau Silvia Selinger-Hugen sprach sich dafür aus zu prüfen, wie beliebt einzelne Angebote in der Wasser- und Feuerebene wie etwa das Außenbecken für die Gäste sind und wie sehr sie dem Gast fehlen würden, wenn sie zeitweise wegfallen würden. Ratsherr Manfred Hahnen gab zu bedenken, dass bei einer Schließung des Familienbades alle Schülerinnen und Schüler ab der fünften Klasse keinen Schwimmunterricht mehr bekommen könnten: „Das ist für Norderney nicht unbedingt schön.“

Das Staatsbad überdenke aktuell weitere Szenarien, darunter auch die Schließung des Außenpools. Dieser verbrauche zehn Prozent der gesamten Wärme. Bis die endgültige Entscheidung getroffen ist, wird jedoch das Familienbad laut interner Abstimmung nach der Revision perspektivisch bis Ende des Jahres geschlossen bleiben.

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