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Foto: Havariekommando

Beitrag vom Freitag, 17. September 2021

Küsten- und Inselschutz „Ausstattungen völlig unzureichend“

Dass es immer wieder zu Havarien oder Ladungsverluste großer Containerschiffe kommen kann, haben die Ereignisse der Glory Amsterdam im Oktober 2017 und der MSC Zoe im Januar 2019 gezeigt. Auch große Tankschiffe fahren auf der Bundeswasserstraße in Nähe der Inseln vorbei und können verunglücken. Was dann?
Die Grünen Landtagsabgeordnete und Sprecherin für Häfen und Schifffahrt, Meta Janssen-Kucz, hat an die Niedersächsische Landesregierung eine Anfrage zur Gefahr möglicher Tankerunfälle an der Küste und vor den Ostfriesischen Inseln gestellt. Dabei sei es ihr vor allem wichtig zu wissen, ob der Schutz im Fall von Erdöl- oder Chemikalienunfällen ausreichend ist und wie die aktuelle personelle und technische Ausstattung aussieht, heißt es in einer Pressemitteilung der Abgeordneten.
In der Antwort der Landesregierung wird aus Sicht der Abgeordneten deutlich, dass zwar regelmäßige Übungen durchgeführt werden und dass das Land Niedersachsen drei Ölbekämpfungsschiffe an der Küste liegen hat, aber die Vorhaltungen im Katastrophenfall nicht ausreichend sind.
Janssen-Kucz: „Sollte es zu einer Havarie kommen, bei der Öl oder Chemikalien in die Nordsee gelangen, bräuchten die Ölbekämpfungsschiffe zu lange, um vor Ort zum Einsatz zu kommen. Ebenso ist die bisherige technische und personelle Ausstattung aus meiner Sicht völlig unzureichend. Aktuell könnten nur in gewissen Maße Ölteppiche eingegrenzt werden.“

Am Wochenende fehlen Mitarbeiter

Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) hatte zwar Teams auf den Inseln stationiert, dennoch fehlen an den Wochenenden die Mitarbeiter, die größtenteils auf dem Festland leben, so die Politikerin und regt zur Überlegung an: „Perspektivisch wäre es sinnvoll, dauerhaft Teams auf den Inseln zu haben, die wie die örtlichen Feuerwehren jederzeit einsatzbereit sind.“ Allerdings sollten die Insel- und Küstenwehren zumindest eine Grundausstattung zur schnellen Reaktion auf Öl- und Chemikalienunfällen haben und entsprechende Weiterbildungsangebote erhalten, ergänzt Janssen-Kucz.
Deutlich wurde durch die Antwort der Landesregierung auch, dass es einen Handlungsbedarf gibt, den aber das Land nicht allein bewerkstelligen kann. Bund und Land müssen sich dem Thema und der Finanzierung für die Zukunft stellen. Die Inseln sind eine vorgelagerte Bastion vor der Küste und müssen für die Erstbekämpfung von möglichen Tankerunfällen ausgerüstet und personell ausreichend aufgestellt werden“, fordert die Grünen-Politikerin.

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