Von Norderney zum Film: „Die Insel lässt mich nicht los“

Foto: Privat

Beitrag vom Donnerstag, 07. Mai 2026

Von Norderney zum Film: „Die Insel lässt mich nicht los“

Torsten Breuer erhält den diesjährigen Ehrenpreis des Deutschen Kamerapreises. Der Kameramann und Komponist nimmt die Auszeichnung im Kölner Funkhaus des Westdeutschen Rundfunks entgegen.

Seit den Neunzigerjahren wirkte Brauer an zahlreichen bekannten Kinoklassikern und Filmproduktionen mit, darunter „Pünktchen und Anton“ (1998), „Beckenrand Sheriff“ (2021), „Napola – Elite für den Führer“ (2004), „Die Welle“ (2007) und die Michael-Ende-Romanverfilmung „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ (2018). Mit Michael Bully Herbig arbeitete er an den Komödien „Buddy“ (2013) und „Bullyparade – Der Film“ (2017), am Fluchtdrama „Ballon“ (2018) und an „Tausend Zeilen“ (2022). Für die Krimikomödie „Jerry Cotton“ wurde er im Jahr 2011 mit dem Deutschen Kamerapreis ausgezeichnet.
Auch als Komponist war Breuer zu Beginn seiner Karriere aktiv: Er schrieb die Musik für Sönke Wortmanns Komödienhits „Allein unter Frauen“ (1991), „Kleine Haie“ (1992) und „Der bewegte Mann“ (1994).

Geboren 1954, wuchs Breuer bis zu seinem siebten Lebensjahr in der Marienstraße nahe der Inselmühle auf, erinnert er sich im Gespräch mit dem Norderneyer Morgen. Damals fuhren noch Kutschen auf den Straßen: „Wir Kinder sind immer hinten draufgesprungen und wurden direkt wieder heruntergejagt.“ Durch sein Elternhaus wurde er an die Musik und die Malerei herangeführt. Von Norderney aus zog seine Familie erst nach Emden und, als er zwölf Jahre alt war, nach Bayern. Nach dem Abitur schloss er sich einem Filmemacher zu einer Keniareise an, „eigentlich für drei Wochen, aber daraus wurden zwei Jahre.“ Während des Studiums an der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) in München lernte er die Regisseurin Katja von Garnier kennen, mit der er „Abgeschminkt“ (1992), „Bandits“ (1997) und später die Scorpions-Doku „Forever and a Day“ (2015) drehte.

Von Norderney hat er vor allem die Verbundenheit zum Meer mit ins Leben genommen, erzählt er: „Ich war jahrelang Taucher und habe auch für Filme die Unterwasseraufnahmen gemacht. Ich bin immer besonders weit hinausgeschwommen und habe dann immer die Melodie aus dem „Weißen Hai“ gehört und mir gesagt: „Leck mich am Arsch, ich muss da runter.“ Breuer tauchte mit Walen und einmal begegnete er Kopf an Kopf einem mittelgroßen Hai, der jedoch wenig Begeisterung zeigte: „Der hat mich angeschaut und gesagt, was hat denn der hier zu suchen?“

Auch wenn sein Lebensmittelpunkt in München liegt, besucht Breuer die Insel Norderney alle paar Jahre und fühlt sich mit ihr als Heimat immer stärker verbunden: „Ich komme von der Insel nicht los.“

Nächster Artikel

Vorheriger Artikel

Anzeigen

320x320px_freibanner
320x320px_freibanner
15 Jahre NOMO
Watt Welten Besucherzentrum