Hitlerjugend auf Norderney

Foto: Privat

Beitrag vom Samstag, 30. April 2022

Vom Abenteuer in den Kriegseinsatz

Im vergangenen Oktober war der Norderneyer Harald Kirschninck für seine langjährige Forschungsarbeit zur Geschichte der Juden und ihren Angehörigen im schleswig-holsteinischen Elmshorn mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet worden. Nur wenige Monate später ist nun sein neuestes Buch erschienen, das die Entwicklung der Hitlerjugend auf Norderney nachzeichnet. Hierbei stützt Kirschninck sich vor allem auf Zeitungsartikel und weitere historische Dokumente, denn mit Zeitzeugen aus den Dreißiger- und Vierzigerjahren zu sprechen ist vor allem durch den langen zeitlichen Abstand schwierig, berichtet er im persönlichen Gespräch: „Wer damals in der Hitlerjugend war, wäre jetzt mindestens 90 Jahre alt.“

Die Norderneyer Hitlerjugend wurde im Jahr 1929 zeitgleich mit der Gründung der NSDAP-Ortsgruppe ins Leben gerufen und war ab 1939 für alle Jugendlichen verpflichtend. „Viele Kinder berichteten sehr positiv von der Hitlerjugend, denn sie bedeutete Abenteuer, Reisen und ob man Geld hatte, spielte hier keine Rolle.“

Gleichzeitig sollten die Jugendlichen aber auf das Soldatenleben vorbereitet werden, leisteten Arbeitsdienste und wurden schließlich auch in den Kriegseinsatz geschickt. Mit eigenen Geheimzeichen, Prüfungen und Ritualen wurden die Jugendlichen zudem gleichzeitig von Nichtmitgliedern abgeschottet und ihr Zusammenhalt gestärkt. Dieser Zwiespalt aus Freizeitgestaltung und ideologischer Einbindung sei für ihn als ausgebildeten Chemie- und Geschichtslehrer besonders interessant zu verfolgen, so Kirschninck.

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