Beitrag vom Freitag, 13. November 2020

Vogelgrippe: Geflügel muss in den Stall

Nach dem vermehrten Auftreten der Vogelgrippe im Landkreis Aurich gilt ab dem heutigen Samstag im gesamten Landkreis und in der Stadt Emden eine Aufstallpflicht. Sämtliches gehaltene Geflügel wie Hühner, Truthühner, Perlhühner, Rebhühner, Fasane, Laufvögel, Wachteln, Enten und Gänse sind ab sofort ausschließlich in geschlossenen Ställen oder unter einer Schutzvorrichtung zu halten, heißt es in einer Allgemeinverfügung des Landkreises.

Sterblichkeit erhöht

Die Verfügung ist eine Reaktion auf ein vermehrtes Auftreten der Vogelgrippe, auch Aviäre Influenza oder Geflügelpest genannt, unter Wildvögeln entlang der deutschen und niederländischen Nordseeküste. So wurde nach Angaben des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in den vergangenen Tagen bei tot oder krank aufgefundenen Vögeln im Schleswig-Holsteinischen Wattenmeer mehrfach das Vogelgrippevirus H5N8 und H5N5 nachgewiesen. Auch an der Küstenlinie des Landkreises Aurich und in Emden wurden nach Angaben des Landkreises bis zum vergangenen Donnerstag knapp zehn Wildvögel mit Hinweisen auf die Vogelgrippe gefunden.

Auf den Inseln Borkum und Norderney werde zudem derzeit eine leicht erhöhte Sterblichkeit von Weißwangen- und Graugänsen beobachtet, teilte NLWKN-Pressesprecher Carsten Lippe auf Nachfrage mit. Diese Beobachtungen seien an die zuständigen Kreisveterinärbehörden gemeldet worden. Die Rangerinnen und Ranger und andere Fachleute vor Ort beobachteten die Situation genau.

Nicht anfassen

Wer in der Landschaft unterwegs ist und tote oder kranke Vögel findet, solle die Tiere auf keinen Fall anfassen, rät der Pressesprecher: „Menschen können zu Virenträgern werden und die Geflügelpest in andere Teile des Landes verschleppen. Zwar gibt es keine Hinweise, dass Geflügelpest-Erreger bisher auf Menschen übergesprungen sind, ausschließen kann das aber niemand.“ Stattdessen sollten Passanten Abstand halten, das Tier an Ort und Stelle belassen und auch Hunde auf Abstand halten. Sollten bei Spaziergängen auffällig viele tote oder kranke Vögel auffallen, sollten die zuständigen Veterinärbehörden über die Beobachtung und den Fundort informiert werden.

Auch an den Teichen der städtischen Parkanlagen wie dem Spielplatz Kap Hoorn oder der Napoleonschanze halten sich Wildvögel auf. Die Stadt befinde sich daher derzeit in Abstimmung mit dem Veterinäramt, um die weitere Vorgehensweise im Stadtgebiet zu klären, teilte der Leiter des Fachbereichs Bürgerdienste, Jürgen Vißer, auf Nachfrage mit. Es sei jedenfalls sinnvoll, auch hier Abstand insbesondere zu kranken oder toten Tieren zu halten.

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