Sammelstellen für Norderney

Foto: Anja Pape

Beitrag vom Donnerstag, 22. Dezember 2022

Verpflichtet Vorsorge zu treffen

Norderneys Bürgermeister Frank Ulrichs hat auf der letzten Ratssitzung des Jahres über die Entwicklung im Bereich Katastrophenschutz informiert. Ein Thema, das mit dem Kriegsbeginn in der Ukraine an Fahrt aufgenommen hat und derzeit deutschlandweit die Verwaltungen beschäftigt. Ulrichs betonte aber: „Es ist gar nicht so, dass jetzt eine sehr konkrete, unmittelbar greifbare Gefahr bevorsteht, aber es ist eine abstrakte Gefahr. Wir sehen ja gerade, was in der Ukraine passiert und was für Drohungen ausgesprochen werden; was mit Leitungen in der Ost- und Nordsee passiert, die plötzlich zerbersten.“

Natürlich muss man immer auf das Schlimmste gefasst sein, so der Bürgermeister. Nach seiner Einschätzung ist aber Norderney in vielen Punkten im Vergleich zu anderen Kommunen „gar nicht so schlecht aufgestellt.“ Ulrichs: „Wir sind das ja auf der Insel ohnehin gewohnt und haben seit vielen Jahren und Jahrzehnten einen Sturmflutalarmplan, den wir jedes Jahr gewissenhaft aktualisieren. Dort steht auch schon eine ganze Menge drin – bis hin zu den größten und schwersten Sturmfluten, wenn Wasser in die Insel einbricht und Menschen evakuiert werden müssen.“

Aktuell werden jedoch auch Szenarien mit kontrollierbaren oder unkontrollierbaren, längeren Stromnetzausfällen diskutiert, wie Blackouts und Brownouts, informierte Ulrichs. „Dabei geht es nicht darum, ob der Privatmann zuhause genug Kerzen vorrätig hat. Es geht um elementare Fragen, wie: Wie ist es mit der Kommunikation im Katastrophenfall? Denn nach wenigen Stunden werden Mobilfunknetze nicht mehr funktionieren und die Sendemasten werden ausgeschaltet.“

Der Bürgermeister gab in seinem Bericht einige Beispiele, welchen Fragen für Norderney noch zu klären sind. Dazu gehört unter anderen die Einrichtung von Satellitenkommunikation und die Klärung, ob die Systeme, mit denen Verwaltungen und Rettungsstellen arbeiten, Schnittstellen zueinander besitzen, „damit sich die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben austauschen und kommunizieren können, wie Polizei, Feuerwehr Katastrophenschutz und Rettungsdienste.“ Zudem geht es um Fragen der Abwasserentsorgung mit ihren Pump- und Kläranlagen und wie die Frischwasserversorgung bei einem Netzausfall aufrechterhalten werden kann. Zu klären ist aber auch, wer bereits ein Notstromaggregat besitzt und wer im Katastrophenfall zwingend eines benötigt um Menschen zu retten. Ulrichs klärte in diesem Zusammenhang auf: „Wir sind verpflichtet, ein Vorsorgemaß zu treffen. Wir sind beispielsweise verpflichtet ein Prozent der Bevölkerung innerhalb von wenigen Stunden unterzubringen und die zu versorgen: das heißt, wenn es wirklich irgendwo einmal knallt, brennt oder überflutet wird, müssen wir Vorsorge treffen. Und das haben wir getan: Wir verfügen über Feldbetten und wir verfügen über Ortschaften.“ Derzeit ist die Stadt in enger Abstimmung mit dem Landkreis und der Feuerwehr zudem dabei, die Katastrophenschutzpläne Schritt für Schritt zu bearbeiten und zu überprüfen.

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