Standort muss auf den Prüfstand

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Beitrag vom Mittwoch, 10. Juni 2026

Standort muss auf den Prüfstand

Bademuseum, Museum Nordseeheilbad Norderney oder Galerie am Weststrand: Die Namensgebung des Museums zur Seebadgeschichte der Insel soll sich noch in diesem Jahr ändern. Das kündigten der Museumsleiter Matthias Pausch und der Vositzende des Museums-Fördervereins, Sascha Freese, im Rahmen eines kürzlichen Pressegesprächs an. Doch das ist nicht die einzige Änderung, die in den kommenden Jahren ansteht. Seit mehreren Jahren bewirbt sich das Museum um das Museumsgütesiegel und hat seit 2024 konsequent an der Verbesserung sowohl der Ausstellung als auch der Lagerung seiner Ausstellungsobjekte gearbeitet.

Heute ist das Gütesiegel in greifbarer Nähe, und mit dem Bewerbungsprozess kamen nicht nur Verbesserungen, sondern auch neues Selbstvertrauen und einen klaren Blick darauf, was das Museum für ein langfristiges Fortbestehen braucht. Oder wie Freese es formuliert: „Wir sind aus den Kinderschuhen rausgewachsen.“

Das Museumsjahr 2025 war mit knapp 14.600 Gästen ein Rekordjahr. Die Zahl der eigengenerierten Einnahmen stieg im Vergleich zum Vorjahr um 23 Prozent auf knapp 140.000 Euro an. Das sind über 55 Prozent vom Gesamtbudget des Museums. Dazu trug auch die Sonderausstellung über den Seemaler Poppe Folkerts ihren Teil bei, ist der Museumsleiter überzeugt. Über 60.000 Euro wurden investiert, unter anderem in neue Regalsysteme für die Lagerräume, für neue Beleuchtung und für ein neues Lastenfahrrad.

Auch in diesem Jahr stehen weitere Investitionen an. Doch damit das Museum langfristig bestehen kann, müssen auch grundlegende Entscheidungen angestoßen werden, die unter anderem das Gebäude betreffen. So sei eine Verlängerung des Kooperationsvertrages mit Stadt und Staatsbad notwendig. „Aktuell haben wir nur eine Zusage bis 2034“, erläutert Pausch: „Das ist zu wenig. Das Museumsgütesiegel können wir nur bekommen, wenn es eine institutionelle Stabilität gibt. Wir brauchen längerfristige Perspektiven, auch um größere Fördergelder akquirieren zu können. Da braucht es fast 30 Jahre Sicherheit.“

Zudem sei das Gebäude eigentlich für ein Museum ungeeignet, da es als Freibadgebäude gebaut wurde, etwa was den energetischen Zustand betrifft: „Das spüren wir ständig und immer.“ Langfristig müsse das Gebäude also saniert oder neu aufgebaut werden, oder das Museum müsse an einen alternativen Standort umziehen. Denkbar sei auch, die Poppe-Folkerts-Stiftung mit ins Boot zu holen.

„Wir wollen im Herbst ein Museumslabor veranstalten, in dem wir unsere Vorstellungen entwickeln, am besten mit Stadt und Staatsbad und der Politik“, so Freese: „Wir wollen die Leute überzeugen zu sagen: Schau mal, das kann man draus machen.“

Jede Weiterentwicklung ist aber nicht mit Eigenmitteln zu stemmen, betont die Museumsleitung. Daher ist das Gütesiegel so wichtig, denn nur damit könne die Einrichtung auch größere Förderungen für eine Umgestaltung erhalten. Das Fortbestehen des Museums sei auch im Interesse des Tourismus und der kulturellen Landschaft auf der Insel, betont Pausch. Dabei werde der größte Teil der kulturellen Einrichtungen auf der Insel ehrenamtlich geführt: „Wenn man die rausnimmt, was bleibt dann noch? Dann wird es ziemlich leer.“