Beitrag vom Samstag, 02. Mai 2026
Reederei Meine Fähre: Es ist vorbei
Anfang März 2026 hatte die Reederei Meine Fähre aufgrund einer finanziellen Schieflage die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Keine zwei Monate später ist nun klar: Das Unternehmen wird nicht mehr in wirtschaftlich ruhige Fahrwasser kommen. Der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Hans-Joachim Berner aus der Kanzlei Kösterberner verkündete das Aus sowohl für den Fähr- als auch den Geschäftsbetrieb. Die letzte reguläre Fahrt der Autofähre „Meine Fähre 1“ wird demnach am Sonntag um 18.30 Uhr von Norderney Richtung Norddeich erfolgen.
„Gemeinsam mit seinem Team hat Dr. Berner den Geschäftsbetrieb fortgeführt und Gespräche mit anderen Reedereien hinsichtlich einer Übernahme geführt, die jedoch ergebnislos blieben“, heißt es in der Mitteilung der Kanzlei. Es hätten sich keine tragfähigen Lösungen zur Sanierung des Unternehmens ergeben. Zudem habe die „Verlustsituation“ der Reederei nicht nur angehalten, sondern sich zuletzt durch gestiegene Kosten trotz guter Auslastung weiter verschärft.
„Wir haben gemeinsam mit dem Team der Reederei an vielen Stellschrauben gedreht und bis zuletzt alles darangesetzt, dauerhaft tragfähige Perspektiven zur Fortführung des Fährbetriebs zu schaffen“, wird Insolvenzverwalter Berner zitiert.
„Vor dem Hintergrund, dass sich in der nötigen Zeit kein neuer Investor für die Reederei gefunden hat, müssen wir jedoch erkennen, dass dies nicht ausgereicht hat. Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache“, so Berner: „Zur Einstellung des Fährbetriebs blieb daher keine Alternative. Verluste müssen nun einmal endlich sein und die Regelungen des Sanierungsrechts sind dahingehend eindeutig.“
In den kommenden Wochen werde die Einzelverwertung der Fähren und der weiteren Assets der Reederei sowie die geordnete Abwicklung des Unternehmens erfolgen, heißt es weiter: „Die rund 20 Beschäftigten der Reederei werden nach Kräften beim Wechsel in neue Arbeitsverhältnisse unterstützt. Die Löhne und Gehälter sind dabei noch bis Ende Mai 2026 gesichert.“
Zu dem Aus melden sich per Mitteilung auch die Gesellschafter in einem gemeinsamen Statement zu Wort. „Das Einstellen des Fährbetriebes fällt uns außerordentlich schwer“, heißt es darin: „Über die vergangenen zwei Jahre hinweg war es unser Anspruch, eine weitere Verbindung zwischen Norddeich und Norderney zu schaffen und damit einen Beitrag zur regionalen Infrastruktur und zum täglichen Leben vor Ort zu leisten. Wir haben seitens der Fahrgäste und der Bevölkerung große Unterstützung für dieses Vorhaben erfahren dürfen. Umso schmerzlicher ist es, diesen Weg nun beenden zu müssen. Besonders betroffen sind unsere Mitarbeitenden, die mit großem Engagement und Einsatz den Fährbetrieb mit aufgebaut und über lange Zeit getragen haben. Ihnen gelten unser ausdrücklicher Dank und unsere Anerkennung.“ Zu den Gesellschaftern zählen der Meine-Fähre-Geschäftsführer Frank Voss, die Unternehmerfamilien Ennen, Brune und Michels sowie das Hotel und Restaurant Ennen und die A&E-Korus-Stiftung.
Fahrgäste, die bereits ihre Tickets über den 3. Mai hinaus gebucht haben, finden Informationen zur Erstattung des Kaufpreises auf der Webseite http://www.meine-faehre.de .
Verfasst von Anja Pape
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