Das aufgeforstete Areal an der Wetterwarte ist im schlechten Zustand

Foto: Sykora

Beitrag vom Dienstag, 28. September 2021

„Pflanzen tun sich schwer“

Es ist ein trostloser Anblick, der sich dem Betrachter bietet, wenn er am Gelände hinter der Wetterwarte vorbeiläuft. Von den im April 2016 neu angepflanzten Bäumen und Sträuchern ist nicht mehr viel zu sehen, wie sich auf einer Begehung mit dem Leiter der Stadtgärtnerei, Wilfried Kriesch, zeigt. Abgestorbene Stämme und Äste, in sich verkümmerte Sträucher sowie gelbes und vertrocknetes Blattwerk ist alles, was von den eingebrachten Pflanzen übrig ist. Die Schuldigen sind schnell ausgemacht: Standort, Wind, Trockenheit und Kaninchen.

Als vor knapp fünf Jahren die Gärtner der Technischen Dienste Norderney (TDN) auf dem etwa einen Hektar großen Geländes eine Mischung aus langsam- und schnellwachsenden Gehölzen pflanzte, war die Hoffnung groß, dass diese anwachsen. Dafür wurde einiges getan. Um dem auf der Insel allgegenwärtigen Problem von Fraßschäden durch Kaninchen und Damwild entgegenzuwirken, wurde das Gelände seinerzeit mit einem Spezialzaun umzäunt, der in die Tiefe geht und im unteren Teil aus kleinen und im oberen Teil aus größeren Maschen besteht. Dennoch graben sich die Kaninchen durch die Dünen unter dem Zaun entlang. Es konnte zudem beobachtet werden, wie sie mit Anlauf durch die großen Maschen springen, so Kriesch im Gespräch. Damwild sei zumindest keines mehr gesichtet worden. „Die Pflanzen tun sich dort unheimlich schwer“, so der Stadtgärtner. Neben dem Hunger der Kaninchen, tragen auch die Windverhältnisse nicht unwesentlich dazu bei, dass Bäume und Sträucher nicht anwachsen können. „Die bekommen da richtig Haue“, beschreibt Kriesch den Standort und den dortigen Windeinfall.

Eine weitere Schwierigkeit für die Pflanzen ist der sandige Boden, der nur wenig Feuchtigkeit aufnimmt, so der Leiter der Stadtgärtnerei und bringt es auf den Punkt: „Wir wässern uns dumm und dämlich.“
Inzwischen wird die Rasenfläche auf dem Gelände auch nicht mehr gemäht. „Wir lassen das jetzt mal so laufen und wässern immer mal wieder“, so Kriesch, und: „Dann kann sich das auch entwickeln, damit da von selbst mal ein paar Bäumchen hochkommen“, so seine Hoffnung.

Das Aufforstungskonzept wurde seinerzeit unter Beteiligung des Forstamtes Neuenburg, der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Aurich, des örtlichen Bund, des NLWKN als Vertreter des Grundstückseigentümers sowie der städtischen Fachabteilungen erarbeitet.

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