Beitrag vom Samstag, 23. Mai 2026
Norderneys Ausrufer geht in die Superhelden-Rente
Wer durch die Poststraße ging, brauchte oft nicht lange zu warten: Irgendwann war sie zu hören – die Glocke des Norderneyer Ausrufers Bernd Krüger. Launig verkündete er die Neuigkeiten des Tages und hatte immer ein offenes Ohr sowie eine spannende Geschichte parat – und das nicht nur für Gäste, sondern auch für Norderneyer.
Mit seiner roten Mütze und dem blauen Umhang war er der Superheld der Insel. Wer ihn suchte, fand ihn immer mitten unter den Menschen: in der Innenstadt, auf Tourismus-Messen, im Seniorenheim, bei der AWO oder auch auf der Bühne bei Straßenfesten. Nach 16 Jahren beendet er seine Tätigkeit schweren Herzens aus gesundheitlichen Gründen und geht in die Superhelden-Rente. Ganz verschwinden wird er deshalb aber nicht. Auch künftig wird man ihn – wenn auch privat – auf seinem Scooter in der Stadt antreffen können. Ansprechen darf man ihn selbstverständlich weiterhin.
Für viele Gäste war Krüger längst mehr als der Mann, der Veranstaltungen ankündigte. Er ist wandelndes Lexikon, Reise- und Inselführer und für manche nicht nur als Glücksbote zur Eheschließung tätig, sondern auch fester Programmpunkt im Familienurlaub.
Zeit für ein Erinnerungsfoto blieb dabei immer und so ist Ausrufer Bernd wohl der meistfotografierte Norderneyer auf und abseits der Insel.
Neben seiner Tätigkeit als Ausrufer war Krüger unter Straßenfestenanderem als Stadtführer mit barrierefreien Rundgängen, bei der Unterstützung von Martini, Nikolaus oder Weihnachtsmann unterwegs und sogar als Geschichtenerzähler mit Schlafmütze.
„Das alles wird mir natürlich fehlen“, sagt er. Ganz verabschieden möchte er sich aber nicht. Auch in seiner Superhelden-Rente freut sich Krüger weiterhin über Nachrichten und Grüße – ganz gleich, ob von Gästen oder Norderneyern.
Verfasst von Anja Pape
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