Lies, Stegmann, Rickmeyer und Meinen stellen die Pläne zum Standort der Forschungsstelle Küste vorn

Foto: Nlwkn

Beitrag vom Donnerstag, 11. November 2021

Neuer Standort der Forschungsstelle: Zur Miete bei der Reederei

Die Forschungsstelle Küste (FSK) des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) soll zukünftig in einem Neubau der Reederei Norden-Frisia an der Badestraße in Norddeich ihren Sitz haben. Eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichneten der Niedersächsische Umweltminister Olaf Lies, NLWKN-Direktorin Anne Rickmeyer und Reedereivorstand Carl-Ulfert Stegmann am vergangenen Samstag in Norden.

Die Planungen sehen den Bau eines Büro- und Geschäftshauses durch die Frisia auf einer Fläche vor, die bisher als Parkraum genutzt wird. Teile des Gebäudes werde der NLWKN nach Fertigstellung anmieten, heißt es in der Pressemitteilung des NLWKN, der Bau könne voraussichtlich noch im kommenden Jahr begonnen werden.
Im Februar hatte der Landesbetrieb die FSKvon der Insel nach Norden verlegt. Der Umzug habe Teile der Belegschaft sehr belastet, so die Mitteilung. „Deshalb war es uns bei der Planung besonders wichtig, einen Standort zu finden, der auch von der Insel aus gut erreichbar ist“, wird Rickmeyer zitiert, die zudem die unmittelbare Nähe des neuen Standortes zum Fährhafen Norddeich, zu den Liegeplätzen der Schiffe und zum Intercity-Bahnhof Norddeich-Mole lobte.

Ulrichs: „Es hätte bessere Lösungen gegeben“

Der Norderneyer Bürgermeister Frank Ulrichs brachte gegenüber dem Norderneyer Morgen sein Unverständnis gegenüber den Standortplänen zum Ausdruck. Ulrichs: „Es erschließt sich einem auch in diesen Tagen noch nicht, warum eine Forschungsstelle auf einem Parkplatz in Norddeich besser aufgehoben sein soll als hier auf Norderney, wo sie sich in über achtzig Jahren bestens bewährt hat. Offenbar hat es Jahre gedauert, bis eine Lösung für das Festland gefunden wurde, wodurch nochmals deutlich wird, dass die unbedingte Aufgabe des Inselstandortes offensichtlich im Vordergrund stand. Ich bin überzeugt, dass es hier auf Norderney, beispielsweise im Hafenbereich, sehr gute bzw. bessere Lösungen für die FSK gegeben hätte. Gleichwohl gibt es kein Zurück und man muss mit dieser Entscheidung jetzt umgehen.“

„Es bleibt ein folgenschwerer Fehler“

„Mit der Entscheidung für den Standort für einen Neubau der FSK in Norddeich möchte sich Umweltminister Lies gern feiern lassen. Doch dazu gibt es keinen Anlass“, äußerte sich die Grünen-Landtagsabgeordnete Meta Janssen-Kucz zu den Standortplänen: „Die Schließung der Forschungsstelle auf Norderney ist und bleibt ein folgenschwerer Fehler. Jetzt mietet sich das Land verpflichtend für 20 Jahre in das Objekt der Reederei Frisia ein, mit einem aktuell geschätzten Investitionsvolumen von acht Millionen Euro. Jeder Steuerzahler kann sich schon heute ausrechnen, wie hoch der Mietanteil des Landes sein wird, denn ohne Rendite wird die Reederei AG Frisia keine Forschungsstelle Küste in Norddeich bauen.“ Da wäre die Sanierung des landeseigenen Gebäudes auf Norderney inklusive der Wohnungen kostengünstiger und zukunftsgerichteter gewesen, ist die Abgeordnete überzeugt.

Norderney: Erbbaurecht angedacht

Über die zukünftige Nutzung des ehemaligen FSK-Gebäudes auf Norderney wird in den kommenden Monaten das Niedersächsische Landesamt für Bau und Liegenschaften (NLBL) entscheiden, sobald das Haus für entbehrlich erklärt wurde. Das Gesamtkonzept sei noch in den Anfängen der Planungsphase, das Gebäude solle aber dauerhaft einer Nutzung für Wohnzwecke zugeführt werden, heißt es von Seiten des NLBL. Soweit dies planungsrechtlich möglich sei, solle für das Gebäude ein Erbbaurechtskonzept ausgeschrieben werden, „das besonderen Wert auf die Sicherung dauerhaft preisangemessenen Wohnraums für Einheimische legen wird.“

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