Mit Tatendrang ins neue Jahr

Beitrag vom Montag, 22. Dezember 2025

Mit Tatendrang ins neue Jahr

Mit einem neuen Vorstand und viel Tatendrang geht der Förderverein des Norderneyer Krankenhauses in das kommende Jahr 2026. Knapp 20 seiner Mitglieder kamen zur Jahreshauptversammlung im Speiseraum des Inselkrankenhauses zusammen.

Neben der künftigen Vereinsführung ging es an diesem Abend vor allem um die Frage: Wird der Förderverein auch in Zukunft gebraucht, wenn die Stadt Norderney das Krankenhaus übernimmt? Um es vorweg zu nehmen: Die Antwort der Anwesenden an diesem Abend lautete: Ja, er wird gebraucht werden, und das so dringend wie bisher.

Doch zunächst galt es die Ämter neu zu besetzen, denn der bisherige Vorsitzende Lothar Graw stand aus privaten Gründen nicht erneut zur Wahl. Einstimmig als Nachfolger gewählt wurde Dr. Peter Oswald, künftig vertreten durch Peter Heckelmann als zweiten Vorsitzenden. Jochen Extra wurde als Schatzmeister im Amt bestätigt. Oswald würdigte Lothar Graw in dessen Abwesenheit für seinen Ehrgeiz und die Anstrengungen, „mit denen er ab der ersten Stunde des Vereins aktiv mitgewirkt und wesentlich zu der Wichtigkeit und Größe des Vereins beigetragen hat.“ Die Anwesenden bekräftigten diese Worte mit einem festen Applaus für den bisherigen Vorsitzenden.

Warten auf den Kaufvertrag

Konnte der Förderverein im Jahr 2024 noch 85.000 Euro an das Krankenhaus überweisen, so musste er in diesem Jahr vorerst seine Zahlungen einstellen. „Durch das laufende Insolvenzverfahren waren wir zur Untätigkeit verdammt“, erläuterte Oswald, „denn es gab keine offizielle, rechtlich abgesicherte Möglichkeit, das Geld dem Krankenhaus zukommen zu lassen. Es wäre in das große schwarze Insolvenzloch gefallen. Jetzt ist die Perspektive klarer geworden.“

Für 2025 „sitzen wir nun noch auf dem Geld“, ergänzte Extra, doch in dem Moment, in dem der Kaufvertrag unterschrieben sei, könnten die Spenden überwiesen werden.

Wunsch nach mehr Beteiligung

Mit der Nachricht, dass die Stadt das Krankenhaus weiterführen wird, habe es vereinzelt Mitgliederaustritte gegeben, wusste der Schatzmeister auch zu berichten. Diese seien der Ansicht gewesen, dass damit die Finanzierung allein bei der Stadt liege und der Verein nicht mehr gebraucht werde. „Aber wenn es politisch gewollt ist, dass wir weitermachen, dann machen wir weiter“, so Extra und blickte dabei in Richtung der drei anwesenden Ratsherren Axel Stange (SPD) sowie Stephan Wehlage und Bernd Geismann (Fraktion Bündnis 90/die Grünen). Oswald merkte zudem an, dass der Verein sämtliche Informationen zu der Insolvenz und der Übernahme „aus der Zeitung erfahren“ habe und wünschte sich eine bessere Kommunikation vonseiten der Stadtverwaltung und Inselpolitik gegenüber dem Verein.

„Das Krankenhaus wird alles andere als ein Selbstläufer werden“, entgegnete Wehlage: „Es gibt keinen Grund, sich zurückzulehnen, sondern das werden ganz anstrengende Zeiten werden. Und da werden wir einen Förderverein so dringend brauchen, wie man ihn in den letzten Jahren auch gebraucht hat.“ Axel Stange regte an, den Förderverein personell im künftigen Aufsichtsrat oder einem zu gründenden Beirat zu beteiligen.

Die Herausforderungen bleiben

Worte des Dankes hatte an diesem Abend auch der Geschäftsführer des Krankenhauses, die er sowohl seine Mitarbeiter als auch an den Verein richtete. „Jetzt stehen wir vor neuen Aufgaben“, stellte er fest und auch, dass die alten Herausforderungen geblieben sind. So würden Gesetze auf Bundesebene geändert oder ersetzt, kaum dass sie beschlossen worden seien, und seien eher Last als Hilfe: „Leider ist die Regierung nicht mehr in der Lage, Gesetze auch durchzusetzen, sodass man mal ins Handeln kommen könnte. (…) Das ist kein Bürokratieabbau, das ist eine Katastrophe ohne Ende“.

Peter Heckelmann, frisch gewählter zweiter Vorsitzender, rief die Mitglieder und die Einwohnerschaft der Insel dazu auf, sich weiterhin für den Förderverein und damit die Finanzierung des Krankenhauses einzusetzen. „Wir müssen dem ‚Das muss die Stadt machen‘ entgegentreten und alle unseren Teil dazu beitragen“, so sein Appell.