Baustelle für den zweiten Bauabschnitt der Marienresidenz

Beitrag vom Donnerstag, 27. Januar 2022

Marienresidenz: SPD erhöht den Druck

Die Seniorenresidenz Marienheim von der Norderney Genossenschaft (NG) war in den vergangenen Wochen das beherrschende Thema in den Kreisen der Norderneyer Sozialdemokraten. So hat es hinsichtlich der Nutzung des Hauses mit der NG sowie möglichen Pflegedienstanbietern zahlreiche Gespräche gegeben, heißt es in einer Mitteilung der SPD-Ratsfraktion. Dabei ist den Norderneyer Sozialdemokraten besonders die Sicherung eines Pflegeangebotes wichtig, um den Bedarf der älteren Generationen auf der Insel an Betreuung und Pflege sowohl im Seniorenzentrum To Huus als auch im Marienheim abzudecken. Und so heißt es im SPD-Papier dazu: „Auf die Schaffung von ambulanten und stationären Pflegeplätzen legt die SPD enormen Wert.“ Das Vertrauen in eine entsprechende Umsetzung eines Pflegeangebotes, so wie es vorgesehen war, fehlt jedoch und die Fraktion bemängelt: „Das schon mehrere Jahre als betreutes Wohnangebot in Betrieb genommene Marienheim wurde durch eine Tagespflege aufgewertet. Jedoch möchte der Betreiber nun in einem weiteren Bauabschnitt größere Apartments schaffen und nicht mehr wie ursprünglich vorgesehen Einzelzimmer. Dies würde zu einer Änderung des seinerzeit geschlossenen Durchführungsvertrages führen.“ Eine Änderung über die auch die SPD mitzubestimmen hätte.

Ohne eine Änderung des städtischen Durchführungsvertrages geht es auch aus Sicht der Norderney-Genossenschaft nicht mehr. Denn diese müsse schon deshalb erfolgen, weil auf „Wunsch der Stadt“ die Tagespflege in das vordere Gebäude eingezogen sei, im ersten von drei Bauabschnitten und nicht wie zunächst gedacht im zweiten, so die Ansicht von Vorstandsvorsitzenden Dr. Peter Reuter und Jann Ennen von der Norderney Genossenschaft (NG).

Weitere Änderungen

Die Genossenschaft räumt allerdings auch weitere Änderungen und Anpassungen ein. So sind unter anderem Flure verbreitert worden und es werden Balkone installiert. Der zweite Bauabschnitt ist derzeit in Arbeit und der Rohbau ist entsprechend weit, denn im Sommer sollen die ersten einziehen können.
Die geänderten Pläne sehen elf Wohneinheiten für betreutes Wohnen vor, davon acht im Erdgeschoss und drei im Dachgeschoss, erläutert Reuter den Sachstand. Ursprünglich vorgesehen waren zehn, so der Bericht der NG. Hinzukommen die Pflegezimmer in den restlichen Etagen. „In der ersten, zweiten und dritten Etage findet dann die Pflege statt, und zwar 24/7“, versichert Ennen im Gespräch. Statt der vorgesehenen neun voneinander getrennten Pflegezimmer auf jeder der drei Etagen, hat die Norderney Genossenschaft nun Verbindungstüren eingerichtet, sodass sich pro Etage neben einem Pflegezimmer optional statt acht vier größere Pflegeeinheiten mit je zwei Zimmern realisieren lassen. Aus Sicht der NG werde damit ein qualitativ hochwertiges Angebot geschaffen, das nicht zwangsläufig die Zahl der Pflegeplätze verringern muss und sich gut von dem Angebot im To Huus abhebt.

Absage von Sander-Pflege

In der Frage des Pflegedienstleisters musste die NG am vergangenen Montag eine bittere Pille schlucken. Bislang war die NG mit der Sander-Pflege im Gespräch gewesen, die neben dem Seniorenzentrum in der Mühlenstraße auch die Tagespflege in der Marienresidenz betreibt. Sander hat der NG nun mitgeteilt, die Pflege im Marienheim nicht übernehmen zu können.
Die Vorwürfe, die NG wolle in der Marienresidenz Appartements ohne Pflege anbieten, hält Ennen für „vollkommen abwegig“. Das funktioniere weder aus rechtlichen noch aus wirtschaftlichen Gründen, argumentieren Reuter und Ennen gleichermaßen. Man habe in der kommenden Woche einen Vertrag mit der Sander-Pflege schließen wollen. „Wir sind nun wieder in Gesprächen mit anderen Anbietern“, so Ennen.
Letztlich ist die SPD einer Änderung des Durchführungsvertrages nicht grundsätzlich abgeneigt, stellt der Fraktionsvorsitzende Rolf Harms auf Nachfrage klar: „Uns ist aber wichtig, dass ein Vertrag mit einem Pflegedienstleister vorgelegt wird. Deshalb erhöhen wir den Druck.“ Nach eigener Einschätzung haben die Norderneyer Sozialdemokraten in den geführten Gesprächen stets sehr deutlich gemacht, dass diese Änderung für sie nur akzeptabel ist, wenn das Pflegeangebot durch einen unterschriebenen Vertrag mit einem professionellen Pflegedienstleister bereits sichergestellt ist.

Notfalls aus eigener Kraft

Mit den zukünftigen 27 Pflegeplätzen der NG im Marienheim stünde Norderney mit den 49 Plätzen im Seniorenzentrum To Huus nach Ansicht der Sozialdemokraten im Pflegebereich gut da. Und da wollen nach eigenen Aussagen auch Ennen und Reuter hin. Für den möglichen Fall, dass sich kein Pflegedienstleister finden lasse, befasst sich die NG derweil mit dem Gedankenexperiment ein eigenes Dienstleistungsangebot zu schaffen, was Ennen so kommentiert: „Wir machen da Pflege, egal wie.“

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