Beitrag vom Freitag, 22. Mai 2026
Landesvertreter zur Konferenz in Empfang genommen
Mit einem Empfang hat der Niedersächsische Umwelt- und Energieminister Christian Meyer die Energieministerkonferenz offiziell eröffnet und die angereisten Landesvertreterinnen und -vertreter begrüßt. Während in den Sälen des Conversationshaus bereits die Staatssekretärinnen und -sekretäre und die Bereichsleiter der Bundesländer berieten, erhielten in der Orangerie der Norderneyer Bürgermeister Frank Ulrichs sowie Peter Südbeck, Leiter der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer, Gelegenheit für ein Grußwort.
Neben der frischen Nordseeluft, dessen Reizklima „einen klaren Kopf“ schaffe, dankte Ulrichs für die Auswahl des Konferenzortes und bemerkte: „Vielleicht ist das hier genau der richtige Ort.“ Mit den unter Norderney durchführenden Offshore-Stromtrassen sei Norderney „Teil jener Infrastruktur, aus der die Energieversorgung der Zukunft besteht. (…) Bereits vor vielen Jahren wurde hier bei uns Pionierarbeit geleistet, als Offshore-Windenergie in Deutschland noch fast experimentellen Charakter hatte. Aber Norderney bleibt eine Insel mit einem UNESCO-Weltnaturerbe, einer Wirtschaft, die vollständig vom Tourismus geprägt ist, und mit begrenzten Ressourcen. Hier lassen sich Zielkonflikte nicht nur theoretisch diskutieren, hier werden sie sichtbar.“
Die Energiewende sei jedoch auch immer eine kommunale Aufgabe, erinnerte Ulrichs. So wolle die Insel langfristig selbst energieautark werden. „Die Kommunen brauchen dafür Planungssicherheit, Verlässlichkeit, die Finanzierungsmöglichkeiten und vor allem brauchen sie genügend Handlungsspielräume“, forderte der Bürgermeister: „Am Ende entscheidet auch immer die Akzeptanz hier vor Ort. (…) Die Küstenregionen und Inseln leisten einen sehr entscheidenden Beitrag zur Energiewende des Landes. Und deshalb wünsche ich mir, dass man diese Regionen nicht nur als Durchleitungsräume betrachtet, sondern auch als Partner der Transformation auf Augenhöhe.“
Peter Südbeck blickte in seinem Grußwort auf das 40-jährige Bestehen des Nationalparks zurück und umriss die biologische Bedeutung des Wattenmeeres. Das damals innovative Konzept „Natur Natur sein lassen“ sei auch heute noch sehr modern, so der Nationalpark-Leiter. Zudem ging er auf mögliche Folgen des Klimawandels für das Wattenmeer ein: „Wir gehen davon aus, dass unser Watt mitwachsen wird und den Meeresspiegelanstieg ausgleicht. Ob das noch lange hält, wissen wir nicht. Aber wenn das Watt absäuft, sind alle seine ökologischen Funktionen verloren.“ Der Ausbau der erneuerbaren Energien sei daher auch im Nationalpark von Bedeutung, so Südbeck: „Wir kämpfen da um ein verträgliches Miteinander.“
Es stand für die Konferenzteilnehmerinnen und -teilnehmer noch ein Ausflug auf das Festland zu einer Baustelle des Übertragungsnetzbetreibers Amprion auf der Tagesordnung, um sich über die Verlegung der Offshore-Stromanbindung ans Festland zu informieren.Die Gäste werden sich in das Goldene Buch der Stadt eintragen, bevor es in die letzte Konferenzrunde geht. Die Ergebnisse der Beratungen sollen dann vorgestellt werden.
Verfasst von Dorothee Linke
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