Der integrative Kindergarten Kükennest am Weststrand

Der integrative Kindergarten Kükennest am Weststrand. Foto Linke

Beitrag vom Montag, 14. Juni 2021

Kükennest droht eine Insolvenz

Der Bericht des integrativen Kindergartens am Weststrand sorgte auf der Sitzung des Sozialausschusses für einen Schock. Der Einrichtung droht eine Insolvenz aufgrund einer Rückforderung von Fördergeldern des Landes Niedersachsen. Die aufgrund einer Fehlkalkulation gezahlten Fördergelder, fordert das Land nun in Höhe von 73.000 Euro zurück. Diese sind in Kürze zu entrichten, berichtete der Kassenwart Tobias Schnippering vom Verein. „Diese 73.000 Euro können wir definitiv nicht bestreiten“, stellte der Kassenwart des Kükennests klar. Der Verein führt die Einrichtung derzeit nur mit einem „Minimum an Personal“, so Schnippering. Er präzisierte: „Es reicht gerade dafür, den Betrieb aufrecht zu erhalten.“

33 Betreuungsplätze im Kükennest

Im Kindergarten werden aktuell 18 Kinder zwischen drei und sieben Jahren betreut, darunter drei mit Integrationsbedarf. Dabei soll in Kleingruppen gezielt und individuell auf die Bedürfnisse der Kinder eingegangen werden. Weitere fünfzehn Kinder sind in der Krippe untergebracht.

Defizit trotz rigoroser Sparpolitik

Trotz einer massiven Sparpolitik verzeichnet die Einrichtung zudem ein Defizit von rund 93.000 Euro. Zusammen mit der angekündigten Rückforderung ist damit nun eine Summe von 166.000 Euro zu bewältigen. „Allein die aktuellen Personalkosten überwiegen die Förderung“, so Schnippering und thematisierte damit das Dilemma: „Dieser Druck aus der finanziellen Situation sorgt auch dafür, dass wir aktuell im Vorstand Stellen nicht besetzen können.“
In den vergangenen Wochen habe es einen regen Austausch mit der Stadtverwaltung gegeben und so konnte bislang die Rückforderung des Landes aufgeschoben werden. Die Forderung über die 73.000 Euro bleiben jedoch bestehen, erläuterte der Kassenwart.

Stadt steht hinter der Einrichtung

„Die Kommune steht hinter der Einrichtung“, betonte Bürgermeister Frank Ulrichs nach den Ausführungen von Schnippering. „Wir werden mit allen Mitteln, die uns geboten sind, eine Insolvenz abwenden“, ergänzte er. Eine Schließung der Einrichtung bringe einen nicht weiter, so Ulrichs. Nach Ansicht der Stadt werden die Betreuungsplätze dringend benötigt. Unter der Prämisse, die Einrichtung zu erhalten, habe man deshalb alle Varianten durchgespielt und so werde auch über einen Trägerwechsel nachgedacht. „Das Thema ist aber sehr frisch und wir waren zunächst bemüht, den drohenden Schaden abzuwenden“, so Ulrichs. Mehrere Ratsleute erklärten dazu, dass die Einrichtung erhalten werden müsse.

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