Krisenstab probt Virusausbruch

Foto: Landkreis Aurich

Beitrag vom Mittwoch, 22. April 2026

Krisenstab probt Virusausbruch

Was passiert, wenn sich mitten im Sommer ein Virus auf Norderney und Juist ausbreitet? Dieses Szenario hat der Katastrophenschutzstab des Landkreises Aurich jetzt in einer groß angelegten Übung durchgespielt.

Die zweitägige Übung fand im Lagezentrum des Kreishauses statt. Rund 40 Mitglieder des Krisenstabes arbeiteten dort das Szenario durch. Ausgangspunkt war ein fiktiver Norovirus-Ausbruch in einer Klinik auf Norderney, der sich in kurzer Zeit auch auf Juist ausbreitet.

Die Annahme: Hochsaison mit rund 70.000 Menschen auf beiden Inseln. Innerhalb von zwei Tagen infizieren sich 700 Personen. Unter Zeitdruck mussten die Beteiligten die Lage bewerten, Entscheidungen treffen und Maßnahmen koordinieren. Ziel war es, die Ausbreitung einzudämmen und gleichzeitig die Versorgung der Erkrankten sicherzustellen.

Unterstützt wurde der Stab von Fachberatern des Deutschen Roten Kreuzes, des Technischen Hilfswerks und aus dem Brandschutz. Parallel wurde für die Übung ein sogenannter Gegenstab eingerichtet. Dabei spielte auch die Frage eine Rolle, wie Einsatzkräfte selbst betroffen sein könnten, etwa wenn sich Feuerwehr- oder Rettungsdienstpersonal infiziert und ersetzt werden muss. Denn in diesem Fall müssten zusätzliche Kräfte vom Festland auf die Inseln verlegt werden.
Ausgearbeitet und begleitet wurde die zweitägige Übung von einem externen Dienstleister. Dieser überwachte die Lage und bewertete als unabhängiger Berater die Lösungsansätze und die daraus resultierenden Entscheidungen des Krisenstabs. Insgesamt verlief die Übung aus Sicht des externen Beraters sehr gut, erklärte der Landkreis. Kleinere Verbesserungsvorschläge gehören zum stetigen Optimierungsprozess dazu, um auf mögliche kommende Katastrophen vorbereitet zu sein.

„Die Übung hat gezeigt, wie entscheidend ein schnelles und abgestimmtes Handeln aller beteiligten Kräfte ist, um die Bevölkerung auf den Inseln und dem Festland wirksam zu schützen. Gleichzeitig hilft sie uns, Abläufe weiter zu optimieren, damit wir im Ernstfall bestmöglich vorbereitet sind“, erklärt Korwin Davids, zuständiger Abteilungsleiter der Abteilung Ordnung und Sicherheit nach Abschluss.

Solche Übungen finden regelmäßig statt. Zuletzt wurde im November 2025 ein Szenario mit einem Anschlag auf die Trinkwasserversorgung im Kreisgebiet erprobt.