Beitrag vom Donnerstag, 25. Juni 2026
Geschäftslage „insgesamt stabil“
Ein Jahresergebnis auf Vorjahresniveau hat der Vorstand der Reederei Norden-Frisia zur Hauptversammlung in Norddeich ihren Aktionären vorgelegt. Im eigens klimatisierten Haus des Gastes stellte Frisia-Vorstand Carl-Ulfert Stegmann den mehr als 200 Anwesenden den Geschäftsbericht für das Jahr 2025 vor. Demnach lag der Jahresüberschuss der Aktiengesellschaft bei knapp 4,8 Millionen Euro, ein Prozent höher im Vergleich zu 2024. Damit war das vergangene Geschäftsjahr insgesamt stabil, die wirtschaftliche Entwicklung entsprach den Erwartungen.
Für den Frisia-Konzern, der neben der Aktiengesellschaft noch sieben Tochterunternehmen wie etwa den Norderneyer Inselbus Peter Tjaden oder die Luftverkehrsgesellschaft umfasst, liegt das Jahresergebnis 2025 bei 8,5 Millionen Euro und damit 25 Prozent über dem Vorjahr. Diese waren laut Stegmann jedoch wesentlich von Einmaleffekten getragen, etwa durch den Verkauf von Beteiligungen oder Flugzeugen.
In den einzelnen Unternehmensbereichen stellten sich die Entwicklungen jedoch durchaus unterschiedlich dar. Zwar stiegen die Umsatzerlöse der Gesellschaft im Ganzen um 2,4 Prozent auf knapp 48 Millionen Euro an.
Doch gingen etwa im Bereich der Personen- und Pkw-Beförderung die Zahlen um mehr als fünf Prozent zurück.
So brachten die Inselfähren im vergangenen Jahr rund 2,04 Millionen Menschen und knapp 155.000 PKWs von und nach Norderney. Der Tagesgastverkehr war leicht rückläufig mit einem Minus von 0,2 Prozent.
Aufgefangen wurden diese Zahlen zum Teil durch die Schnellverbindungen. Mit der Einführung des neuen E-Katamarans stieg die Zahl der Express-Beförderungen für Norderney von 9.300 Personen auf 67.600 Personen an.
Eine höhere Nachfrage gab es auch nach Parkplätzen: Die Zahl der Einstellungen im Norddeicher Parkplatzbetrieb überschritt in 2025 die Millionenmarke und erreichte ein Plus von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Das zeigt: Die Anreise mit dem eigenen Auto an die Küste bleibt das Mittel der Wahl“, stellte Stegmann dazu fest.
Einen leichten Rückgang verzeichnete die Zahl der Beförderungen im Norderneyer Buslinienverkehr. Mehr als eine halbe Million Fahrgäste nahmen in 2025 den Inselbus, rund 4 Prozent weniger als in 2024. Dass die Umsatzerlöse trotzdem um 24 Prozent steigen konnten, war laut Stegmann unter anderem auf erhaltene Billigkeitsleistungen aus der Anerkennung des Deutschlandtickets zurückzuführen.
Für die Aktionäre zahlen sich die stabilen Zahlen aus: Sie erhalten für das Jahr 2025 eine Dividende von 22 Euro pro Aktie. Neben der Freude über die Auszahlung äußerten jedoch mehrere Aktionäre in der Diskussion ihre Sorge darüber, dass die Frisia-Aktien in den vergangenen zwei Jahren deutlich an Wert verloren hätten. „Das ist ein Problem, vor allem wenn die emotionalen Bindungen an die Frisia immer stärker abnehmen“, äußerte sich ein Aktionär und regte an, die Hauptversammlungen wieder regelmäßig auch auf Norderney abzuhalten. Dies war vor einigen Jahren eingestellt worden, da auf der Insel keine ausreichend große Räumlichkeit zur Verfügung stand. Kritik gab es insbesondere von Vertretern der Inselgemeinde Juist zu der Umstellung auf weitgehend bargeldlose Zahlung.
Auch auf die Insolvenz der Reederei „Meine Fähre“ ging Stegmann im Rahmen seiner Ansprache ein. Der Wettbewerb habe zu „punktuellen Margenbelastungen“ im PKW- und Personenverkehr geführt, aber nicht zu strukturellen Veränderungen, so der Frisia-Vorstand: „Dass der Wettbewerber nicht so lange durchgehalten hat, ist auch ein Zeichen. Das sieht nach außen sehr leicht aus, aber ganz so leicht ist es nicht. Ich glaube, dass wir mehrere Punkte haben, warum unser Unternehmen gut aufgestellt ist und die nur mit finanziellem hohen Aufwand zu kopieren sind. Uns wird nur schützen, wenn wir eine gute Dienstleistung bieten, wenn wir preislich unter Wettbewerbsbedingungen arbeiten und das Thema Inselversorgung ernst nehmen. Aber wir dürfen auch herausstellen, dass unsere integrierte Struktur aus landseitiger Infrastruktur in Norddeich und auf den Inseln und die Leistungsfähigkeit unserer Tonnage wirkliche Wettbewerbsvorteile darstellen.“ Hinzu komme die regionale Verankerung der Reederei, eine Fahrplanstabilität und Versorgungssicherheit bei rund 16.000 Schiffsfahrten im Frisia-Konzern pro Jahr, Investitionen in Digitalisierung und Künstliche Intelligenz, die kontinuierliche Investition in nachhaltige Flottentechnologie „und unsere Frisia-Familie mit rund 300 Mitarbeitern im Konzern“, so Stegmann und ergänzte: „Wir wissen, was wir tun.“
Im Rahmen der Versammlung standen auch zwei Aufsichtsratsposten zur Wahl. Hier wurden die Norderneyerin Katrin Bakker sowie der bisherige stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Klaus Stegmann in ihren Ämtern wiedergewählt.
Verfasst von Dorothee Linke
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