Emissionsfreies Wassertaxi im Test

Foto: AG Reederei Norden-Frisia

Beitrag vom Sonntag, 18. Juli 2021

Frisia erprobt emissionsfreies Wassertaxi

Die Reederei Norden-Frisia erprobt derzeit in Zusammenarbeit mit der Hochschule Emden-Leer emissionsfreie Wassertaxen. Gemeinsam beteiligen sie sich an den deutsch-niederländischen Projekt H2-Watt, das unter anderem mit einem selbst entwickelten Katamaran arbeitet. Der Katamaran wurde kürzlich von Emden nach Norddeich überführt, teilt die Reederei mit. Nach Angaben von Professor Michael Vahs von der Hochschule Emden-Leer konnte die Überführungsfahrt aufgrund der energieeffizienten Rumpfform des Bootes rein batterieelektrisch und ohne Zwischenstopps abgeschlossen werden. Mit rund 30 Zentimeter Tiefgang kann das Boot flache Abschnitte im Wattfahrwasser passieren, wodurch sich nach Einschätzung der Reederei die Reisezeit einer Überfahrt verkürzen lässt.

Alltagstauglichkeit ermitteln

Nach Worten des Reedereivorstands Carl-Ulfert Stegmann möchte die Frisia mit diesem Projekte die Alltagstauglichkeit dieses Boot- und Antriebskonzeptes für den Inselverkehr ermitteln, da immer mehr kleine Boote, mit hochmotorisierten Benzin-Außenbordmotoren und einem verhältnismäßig höheren Verbrauch pro Fahrgast und Strecke für den schnellen Personentransport im Wattenmeer eingesetzt werden. Die desolate CO2-Bilanz der derzeit eingesetzten Wassertaxen sieht auch Professor Dr. Jann Strybny von der Hochschule Emden-Leer sehr kritisch: „Die CO2-Belastung ist je transportiertem Fahrgast etwa 12-mal höher als beim Transport mit einer Fähre. Die derzeit völlig ungeregelte Zunahme der Wassertaxen steht nicht im Einklang mit dem Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer.“

Erprobungsfahrten nach Juist und Norderney

Ab Norddeich soll der Katamaran mit seiner hybriden Antriebstechnik in den kommenden Wochen gemeinsam von den Projektpartner Erprobungsfahrten nach Juist und Norderney unternehmen, berichtet die Reederei.
Der hybride Antrieb ist modular aufgebaut. Den Kern bilden zwei batterie-elektrische Außenbordmotoren. Als Kraftstoff dient Methanol, das aus grünem Wasserstoff synthetisiert wird und somit einen klimaneutralen Antrieb ermöglicht. Für besondere Ansprüche kann der Katamaran auch mit einem zusätzlichen Segelsystem ausgerüstet werden, beispielsweise für geräuschlose Fahrt zur Naturerkundung oder ein exklusives Yacht-Ambiente für entsprechende touristische Konzepte, heißt es in der Mitteilung.
Das Projekt „H2Watt“ wird durch die Mariko Gesellschaft, den niederländischen Unternehmerverband FME koordiniert und im Rahmen eines Interreg-Programms mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung sowie durch nationale Kofinanzierung aus Deutschland und den Niederlanden gefördert. Ziel der Förderung ist die Verwendung von Wasserstofftechnologie als Baustein für eine klimaneutrale Energieversorgung voranzubringen.

Verfasst von Reederei Norden-Frisia

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