Kita am Kap

Foto: Pape

Beitrag vom Dienstag, 14. Dezember 2021

Es steht und fällt mit dem Wohnraum

Die Kindertagesstätte am Kap sucht Personal und das bereits seit Monaten. Oft erfolglos. Das neue Gesetz für Kindertagesstätten schreibt für die Randzeiten morgens und nachmittags je zwei Betreuungskräfte im Kindergarten und in der Krippe vor. Damit wird es für die Einrichtung immer schwieriger ausreichend Personal zur Verfügung zu stellen. „Das hat die Situation noch verschärft. Bislang ist das noch gerade so machbar“, berichtet die Leiterin Anja Göhn im Gespräch. Für sie ist jedoch klar: Auf Dauer kann das nicht gutgehen. Wenn zu Urlaubszeiten Mitarbeiter erkranken, dann gebe es nur einen Weg: Eine Gruppe muss geschlossen werden. Ein Fall, der bereits eingetreten ist und dann besonders belastend für die Familien war, erklärt Göhn. Wenn die Einrichtung von epidemischen Magen-Darm-Erkrankungen oder Erkältungskrankheiten betroffen würde, dann drohen Gruppenschließungen oder Teilschließungen, weiß sie.

Aktuell arbeiten 19 pädagogische Mitarbeiter und eine Freiwilligenkraft in der Kindertagesstätte. Zuwenig, weiß Göhn. „Grundsätzlich gibt es aktuell keine Vertretungskräfte“, schildert sie, dabei wären drei flexible Vertretungskräfte übers Jahr gesehen nötig, um den Betrieb sicher aufrechtzuerhalten.
130 Norderneyer Kinder werden aktuell in der Einrichtung am Kap betreut, davon 40 Kinder ganztags. „Was uns in diesem Jahr zugutekommt ist, dass die Betreuungszeit bis 17 Uhr wenig nachgefragt wird geworden ist“, so die Leiterin. Die meisten Kinder haben die Tagesstätte bis 16 Uhr verlassen, wodurch zwei Gruppen zusammengelegt werden können. Das helfe in der personell engen Situation.

Zurzeit gehört etwas Glück dazu, sagt Göhn und berichtet davon, bislang relativ gut durch die Pandemie gekommen zu sein. Nur ist eine Kindergruppe ist von einer Quarantäne betroffen gewesen, ist Göhn erleichtert. Auf Glück könne man aber nicht setzen.

Eine Stellenbesetzung stehe und falle mit Wohnraum. „Der muss dann sofort zur Verfügung stehen. Man muss den Leuten sagen können: Okay, hier ist eine Wohnung – ihr könnt hierherziehen. Kein Mensch kündigt auf dem Festland seine Stelle und weiß nicht, ob er hier Wohnraum hat“, weiß die Kita-Leiterin. Dabei sieht Göhn durchaus die Bemühungen des Kindergartenträgers und der Stadt. „Alle sind sehr kooperativ und möchten unterstützen. Das Problem löst das aber nicht. Und eine Lösung brauchen wir“, so die Leiterin.

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