Beitrag vom Montag, 22. Juni 2026
Als Norderney britisches Urlaubszentrum war
Viele Norderneyer kennen die Insel der Nachkriegsjahre nur noch aus Erzählungen. Dabei war diese Zeit eine der prägenden Phasen der jüngeren Inselgeschichte. Der Norderneyer Stadtarchivar Matthias Pausch widmet ihr nun ein eigenes Buch.
In „Norderney – Eine nostalgische Bilderreise“ nimmt Pausch die Leser mit in die Jahre zwischen dem Ende des Zweiten Weltkriegs und dem touristischen Aufbruch der 1960er Jahre. Er zeigt anhand von historischen Fotografien, Dokumenten und Zeitzeugnissen aus dem Stadtarchiv ein Norderney, das sich neu orientieren musste.
So befasst sich ein Kapitel mit der Zeit des britischen Leave Centres, in der die Besatzungstruppen zahlreiche Gebäude als Erholungszentrum für Soldaten und deren Familien beschlagnahmten. Hotels, Gaststätten und ganze Strandbereiche waren zeitweise für deutsche Gäste verboten. Gleichzeitig entwickelte sich das Leave Centre zu einem der größten Arbeitgeber der Insel.
Pausch greift damit ein Kapitel der Norderneyer Geschichte auf, das heute weitgehend aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwunden ist. Bereits für die Ausstellung hatte er dazu umfangreich recherchiert. Das neue Buch führt diese Arbeit fort und ergänzt sie um bislang unveröffentlichte Dokumente und Fotografien.
Das Buch ist im Sutton Verlag erschienen und für 24,99 Euro im Buchhandel erhältlich.
Verfasst von Anja Pape
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