Wertschöpfung statt Rekordzahlen

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Beitrag vom Dienstag, 15. Juli 2025

Wertschöpfung statt Rekordzahlen

Die Insel bleibt gefragt: Mit knapp 3,8 Millionen Übernachtungen zeigt sich Kurdirektor Wilhelm Loth zufrieden mit der Entwicklung der Tourismussaison. „Wir sind eigentlich wieder gut aufgestellt und im alten Fahrwasser“, sagte Loth bei einer Pressekonferenz.

Zwar knüpfe man noch nicht ganz an das Rekordjahr 2019 an, doch das müsse auch nicht der Maßstab sein.
„Das war das Höhepunktjahr und damals war alles zu viel und alles zu voll“, so Loth.

Besonders die Zahl der Tagesgäste hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Aktuell liegt sie bei 220.000 bis 230.000 und ist damit deutlich niedriger als die über 300.000, die vor der Corona-Pandemie verzeichnet wurden. Loth sieht dafür verschiedene Gründe: „Es wird nicht am Urlaub, aber im Urlaub gespart“, sagte er. Mancher verzichte jedoch in Zeiten knapper Kassen auch auf eine Tagesreise nach Norderney, aber auch das Wetter spiele eine Rolle.

Für die Insel ist der Rückgang nicht nur ein Nachteil. Immer wieder habe es Kritik an den hohen Zahlen bei den Tagesgästen gegeben. Andererseits profitiert der Einzelhandel durchaus, so Loth: „Ich bin ja Jogger und sehe viele mit irgendwelchen Tüten von Norderney abends Richtung Fähre laufen.“ Dabei ist aus seiner Sicht als Kurdirektor die Menge der Gäste nicht der entscheidende Faktor: „Wichtiger als die Zahl der Übernachtungen ist, was der Gast pro Tag auf der Insel an monetärem Urlaubsaufwand hinterlässt.“ Das Staatsbad möchte das genau wissen wie hoch die Wertschöfung auf der Insel ist und plant die Beteiligung an einer Studie, die ab Ende dieses Jahres Daten zur touristischen Ausgabenstruktur erheben wird.