Beitrag vom Montag, 30. März 2026
Wattenmeer-Besucherzentrum Watt-Welten:Ausstellung in neuem Gewand
Einladend, interaktiv und voller Details öffnen nach fünfmonatiger Umbaupause die Watt-Welten mit einer vollständig überarbeiteten Dauerausstellung wieder ihre Türen. Zur Eröffnung machte sich der Niedersächsische Umwelt-, Energie- und Klimaschutzminister Christian Meyer gemeinsam mit weiteren hochrangigen Gästen ein Bild von den neuen Ausstellungsräumen.
Neben dem Minister durfte Wattwelten-Leiterin Dr. Valeria Bers auch den Bundestagsabgeordneten Johann Saathoff, Uilke van der Meer vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) sowie Bürgermeister Frank Ulrichs als Festredner begrüßen. Zudem hielt Peter Südbeck, Leiter der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer, einen Festvortrag vor den knapp 80 geladenen Gästen über die Bedeutung des Wattenmeers als schützenswerten Lebensraum.
Bers dankte in ihrer Ansprache der Kölner Ausstellungsagentur 235 Media, „die es fertiggebracht haben, unsere Ideen in eine didaktisch kluge Ausstellung umzuwandeln.“ „Endlich wehen wieder die Flaggen des Nationalparks“, so Bers: „Es war ein extrem wilder Ritt, aber wir haben etwas Wunderbares hier erschaffen können.“ Die Arbeiten für die zwei Millionen Euro teure Umgestaltung seien nicht nur im Zeitplan, sondern auch im Budget geblieben, so Bers weiter: „Ich hoffe, dass die Watt-Welten mit der neuen Ausstellung noch einmal mehr Menschen erreichen.“
Ihrerseits großen Dank und Anerkennung aller Redner erhielt Bers selbst. „Sie haben die Ausstellung komplett eigenständig entwickelt und Fördergelder eingeworben“, hob Bürgermeister Ulrichs hervor. Vor der Neugestaltung sei die Ausstellung zwar extra für die Einrichtung auf Norderney konzipiert worden, bald aber an ihre Grenzen gestoßen und habe mit fehlenden Sitzgelegenheiten, defekter Technik und „Tiefgaragencharakter“ zu viel Unzufriedenheit geführt. „Es war entscheidend, dass Dr. Bers dies nicht einfach hingenommen, sondern sich mit beharrlicher Überzeugung und klarem Willen für Verbesserungen eingesetzt hat.“ Dass die Umsetzung fast vollständig ohne Hilfe aus dem Norderneyer Rathaus erfolgte, sei vielleicht auch ein Teil ihres Erfolgs, so Ulrichs mit einem Augenzwinkern.
Langfristig brauche es aber eine „ehrliche und bewusste Bestandsaufnahme“, was die wirtschaftliche Situation der Watt-Welten betrifft, gab der Bürgermeister mit Blick auf den städtischen Haushalt und ein erwartetes Defizit von über 600.000 Euro zu bedenken. Der ursprüngliche Wunsch, dass sich das Haus selbst tragen könnte, habe sich in der Realität „leider nicht erfüllt.“ An Meyer und Saathoff gewandt fuhr er fort: „Es liegt in unserer gemeinsamen Verantwortung, tragfähige Strukturen zu schaffen, die es ermöglichen, dieses Haus wirtschaftlich auf vernünftige Beine zu stellen, ohne seine Qualität und seinen Bildungsauftrag zu gefährden. Das werden wir als Kommune nicht alleine schultern können.“
Einen großen Dank seitens des Ministers und der Inselvertreter erhielt auch Johann Saathoff. Durch seine Initiative auf Bundesebene und einen Fördertopf für die Nationalparkeinrichtungen im Wattenmeer in Höhe von 41,5 Millionen Euro konnte die neue Ausstellung vollständig über Fördermittel finanziert werden.
Im Anschluss an den offiziellen Akt machten sich die Anwesenden auf zu einer Runde durch die neue Ausstellung. Mit interaktiven Stationen, Exponaten und multimedialen Elementen können die Besucher ab sofort einen umfassenden Einblick in den Lebensraum Wattenmeer erhalten. Einzelne Ausstellungsstücke wurden mit Unterstützung oder als Leihgaben durch weitere Inseleinrichtungen vom Fischerhausmuseum bis zur katholischen Kirchengemeinde beigesteuert, was durch Querverweise gekennzeichnet ist. Zudem wurden die Aquarien deutlich erweitert. In den Reaktionen der übrigen Gäste, die Bers begeistert zu dem Projekt beglückwünschten, zeigte sich, was Ulrichs zuvor künftigen Besuchern als Botschaft mitgegeben hatte: „Freuen Sie sich drauf!“
Verfasst von Dorothee Linke
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