Beitrag vom Samstag, 14. März 2026
Wärmeplanung für Norderney: Studie geht in die Schlussphase
Die Planungen für die zukünftige Wärmeversorgung auf Norderney kommen voran. Wie die Stadtwerke Norderney bei einem Pressegespräch erläuterten, befindet sich die derzeit laufende Machbarkeitsstudie zur Wärmeversorgung der Insel in der Schlussphase. Die Ergebnisse sollen im Sommer zunächst dem Aufsichtsrat vorgestellt werden.
Grundlage der Untersuchung ist ein digitaler Zwilling des gesamten Gebäudebestands der Insel. Dabei wurden sämtliche Gebäude modelliert und ihr Wärmebedarf berechnet, sowohl der aktuelle Zustand als auch die mögliche Entwicklung bis in die Jahre 2040 und 2045, klärte Stadtwerke-Geschäftführer Holger Schönemann auf.
Auf der gewonnenen Datenbasis lassen sich sogenannte Wärmedichtekarten erstellen. Sie zeigen, wo besonders viel Wärmeenergie benötigt wird.
Derzeit gleichen die Planer die Daten der Versorgungsnetze mit den aktuellen und künftigen Verbräuchen ab. Dabei wird untersucht, wo ein Wärmenetz technisch und wirtschaftlich sinnvoll aufgebaut werden kann und wo eher individuelle Lösungen kostengünstiger sind.
Die Stadtwerke prüfen dazu verschiedene Möglichkeiten der Wärmeerzeugung und befassen sich unter anderem mit Formen der Geothermie sowie großen Wärmepumpenanlagen. Nach Schönemanns Einschätzung kommt jedoch eine Nutzung von Tiefengeothermie für Norderney nicht infrage, da die geologischen Voraussetzungen – anders als auf Borkum – ungünstig sind.
Größeres Potenzial sieht er dagegen in einer Groß-Meerwasser-Wärmepumpe. Dabei würde dem Nordseewasser Wärme entzogen und über ein Leitungsnetz an Gebäude auf der Insel verteilt. Als mögliche Standorte nannte Schönemann unter anderem den Bereich des Weststrandes, in der Nähe der bestehenden Wasserentnahme für das Badehaus und am Hafen. Eine solche Anlage hätte eine Dimension von etwa zehn Megawatt und wäre deutlich größer als übliche Wärmepumpen für einzelne Gebäude.
Die Planung befindet sich derzeit allerdings noch in einer Abstimmungsphase. Dabei werden mögliche Erzeugungsstandorte, der Verlauf eines Wärmenetzes und die zuvor ermittelten Wärmedichten Schritt für Schritt miteinander abgeglichen, um ein tragfähiges Gesamtkonzept zu entwickeln, informierte der Stadtwerke-Geschäftsführer.
Verfasst von Anja Pape
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