Tourismusstrategie der Bundesregierung:Praxis-Checks für Bürokratieabbau

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Beitrag vom Freitag, 27. Februar 2026

Tourismusstrategie der Bundesregierung:Praxis-Checks für Bürokratieabbau

Mehr Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit für den Tourismusstandort Deutschland schaffen – dieses Ziel hat sich die Bundesregierung für ihre Legislaturperiode gesetzt. Im Januar 2026 beschloss das Bundeskabinett eine nationale Tourismusstrategie. „Die Strategie setzt einen Auftrag aus dem Koalitionsvertrag um, indem sie die für die Branche relevanten Maßnahmen aller Ressorts erstmals unter dem übergeordneten Ziel der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Tourismusstandortes Deutschland bündelt“, erklärt das Bundeswirtschaftsministerium: „Dabei werden die für den Tourismus wichtigen Schwerpunktthemen Unternehmensentlastung und Bürokratieabbau,

Attraktivität und Anbindung des Reiselands Deutschland, Digitalisierung, Arbeitsbedingungen und Arbeitskräftegewinnung, nachhaltiger Tourismus und EU-Tourismuspolitik adressiert und alle Bereiche der Querschnittsbranche Tourismus gleichermaßen berücksichtigt.“

Verbände fordern schnelle Umsetzung

Sowohl der Niedersächsische Tourismusverband (TVN) als auch der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) Niedersachsen begrüßten das Strategiepapier als deutliche Wertschätzung für die Branche, forderten aber auch eine rasche Umsetzung durch konkrete Maßnahmen.

Das Papier rücke Themen in den Fokus, „die für unsere Mitglieder und den Tourismus in Niedersachsen von zentraler Bedeutung sind“, äußerte sich der Wittmunder Landrat und TVN-Vorsitzende Holger Heymann und zählte auf: „Nachhaltigkeit, Mobilität sowie die Gewinnung von Arbeitskräften und die Arbeitswelt, Qualität, Infrastruktur, Digitalisierung, Datenmanagement und KI.“

DEHOGA-Präsident Dirk Breuckmann sieht die angekündigte Einführung der wöchentlichen Höchstarbeitszeit anstelle der täglichen ein „zentrales Element“ für den Erfolg der Strategie: „Hier erwarten wir nun konkrete gesetzliche Schritte.“

Loth: Praxischecks auf den Inseln eingefordert

Dr. Christoph Ploß, Koordinator der Bundesregierung für maritime Wirtschaft und Tourismusfragen, stellte die Tourismusstrategie Ende Januar den rund 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Norddeutschen Tourismuskonferenz vor, zu der auch Kurdirektor Wilhelm Loth nach Bremerhaven reiste.

„Es sind schon einige beachtliche Teilstücke dort drin“, lautet seine Bewertung des Papiers. Er sieht insbesondere die geplanten „Praxischecks“ als wertvolles Instrument, um Bürokratie abzubauen. „Das bedeutet, sie wollen in die Orte hineingehen und sich über das Tagesgeschäft in den Unternehmen informieren und über die bürokratischen Hindernisse. Das finde ich schon bemerkenswert und es tut auch Not, weil sie natürlich auch erkennen, dass sie aus eigener Kraft Bürokratie nicht mehr abbauen können.“ Als Ort für solche Praxischecks bieten sich Inseln wie Norderney hervorragend an, ist Loth überzeugt: „Bei uns findet alles in einem überschaubaren Raum statt. Und da wir auch noch in einem Natur- und Küstenschutzgebiet sind, haben wir eigentlich alles, was Sie brauchen, um zu erleben, was ein touristischer Standort alles erleben kann.“ Daher habe er gegenüber Tourismuskoordinator Ploß noch am selben Tag angeboten, die Praxischecks auf den Inseln durchzuführen.

Die Ostfriesischen Inseln haben zudem ihre Beteiligung an weiteren Arbeitsgruppen eingefordert, berichtet der Kurdirektor: „Das ist auch wohlwollend aufgenommen worden und wir warten da jetzt auf die Termine, die da kommen werden.“