Tourismus stärker berücksichtigen

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Beitrag vom Donnerstag, 16. April 2026

Tourismus stärker berücksichtigen

Die Straßenprioritätenliste der Stadt ist im Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus und Verkehr erneut Thema gewesen. Im Mittelpunkt stand die Frage, ob künftig neben dem baulichen Zustand auch touristische Aspekte stärker berücksichtigt werden sollen.

Grundlage der bisherigen Planung ist eine Liste, die der Ausschuss vor einigen Jahren beschlossen hatte. Sie legt fest, in welcher Reihenfolge Straßen saniert werden. Die Verwaltung arbeitet diese bislang konsequent ab. In den vergangenen Jahren wurden so die Mühlenstraße und die Moltkestraße saniert und der Straßenbelag auf einem Teilstück der Jann-Berghaus-Straße zwischen Ellernstraße und Wiedaschstraße erneuert. Derzeit erhält die Feldhausenstraße eine umfassende Sanierung. Weitere Projekte wie die Heinrichstraße sind bereits vorgesehen.

Fachbereichsleiter Jürgen Vißer erläuterte die Kriterien für die Priorisierung: Maßgeblich sind der bauliche Zustand, die Verkehrsbedeutung sowie anstehende Arbeiten an Leitungen oder am Regenwasserkanal.
In die Diskussion brachte Cdu-Ratsmitglied Silvia Selinger-Hugen das touristische Interesse als zusätzliches Kriterium ein. Statt sich ausschließlich auf den Auto- und Busverkehr zu fokussieren, regte sie an, Bereiche, die für den Tourismus wichtig sind – etwa Fußgängerzonen, Rad- und Fußwege – mit zu berücksichtigen.
Die Anregung stieß im Ausschuss auf Zustimmung.

Auch Bürgermeister Frank Ulrichs griff den Punkt auf. Die bestehende Liste orientiert sich vor allem am Zustand der Straßen und deren Nutzung. Der touristische Aspekt ist bislang nachrangig. Gleichzeitig machte er deutlich, dass stark sanierungsbedürftige Straßen Vorrang behalten müssen. Für touristisch geprägte Bereiche schlug er eine eigene Liste vor, deren Maßnahmen auch durch Förderprogramme realisiert werden könnten. Dazu könnte zukünftig auch die Poststraße zählen. Sie hat derzeit nur eine niedrige Schadensklasse und weist aus technischer Sicht keinen akuten Handlungsbedarf auf. Gleichzeitig steht sie seit Jahren wegen ihrer Gestaltung mit Waschbetonplatten in der Diskussion.

Ein Beschluss wurde nicht gefasst. Der Ausschuss will sich zu einem späteren Zeitpunkt erneut mit dem Thema befassen.