Soziales Engagement gewürdigt

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Beitrag vom Dienstag, 27. Januar 2026

Soziales Engagement gewürdigt

Fester Bestandteil des Neujahrsempfangs auf der Insel ist es, dass die Stadt Norderney in jedem Jahr Menschen, Vereine und Initiativen für ihr besonderes Engagement für die Inselgemeinschaft ehrt. Aus diesem Grund riefen Bürgermeister Frank Ulrichs und die Ratsvorsitzende Silvia Selinger-Hugen den Lions-Club Norderney, den Lions-Club Norderney 2018 sowie die Norderneyerin Cornelia Schmidt zu sich auf die Bühne im Großen Saal des Conversationshauses.

Lions: „Herz, Haltung und Tatkraft“

„Dass es auf Norderney zwei Lions Clubs gibt, ist kein Zeichen von Spaltung, sondern von Stärke und vielfältigem Engagement“, hob Selinger-Hugen in ihrer Laudatio hervor: „Das Motto „We Serve“ ist bei beiden Clubs gelebte Realität.“ Seit 25 Jahren stehe der im Jahr 2000 gegründete Lionsclub mit aktuell 18 Mitgliedern „für Kontinuität, Verlässlichkeit und ein tief verwurzeltes Verantwortungsbewusstsein.“ Viele Aktionen seien fest im Jahreslauf der Insel verankert, zählte Selinger-Hugen auf: Osterveranstaltungen zugunsten eines Kinderhospizes in Syke, die Lions Rock Night, die Lions Golf Trophy, der Verkauf und die Verteilung von Weihnachtspaketen sowie der traditionelle Räucherfischverkauf. Darüber hinaus hilft der Club bei der Erfüllung von Wünschen schwerkranker Kinder, engagiert sich im internationalen Jugendaustausch, organisiert Vortragsabende und unterstützt Vereine, soziale Einrichtungen und Kinder- und Jugendprojekte, so die Laudatorin: „Diese Bandbreite zeigt, wie tief dieser Club in das gesellschaftliche Leben unserer Insel und darüber hinaus verankert ist.“

Auch der Lions-Club Norderney 2018 mit aktuell 23 Mitgliedern bereichere die Insel seit seiner Gründung, stehe „für Offenheit, Dynamik und eine moderne Form des Ehrenamts.“ Neben vielfältigen und niedrigschwelligen Aktivitäten, Festen und Müllsammelaktionen sei die Organisation zweier Konzerte mit der Bigband der Bundeswehr in den Jahren 2023 und 2025 ein „echtes Highlight und Kraftakt zugleich“ geworden, betonte Selinger-Hugen: „Ein derart anspruchsvolles auf einer Insel zu realisieren, erfordert Mut, Organisationstalent und Verlässlichkeit – eine Leistung, die weit über die Insel hinaus gewürdigt wird.“

Schmidt: Erinnerung bewahren, Gemeinschaft stärken

„Sehr geehrte Frau Schmidt, liebe Conny“, leitete der Bürgermeister die zweite Ehrung des Tages ein: „Es gibt Menschen, die prägen eine Gemeinschaft, ohne sich je in den Vordergrund zu stellen. (…) Dein Wirken entfaltet sich nicht durch große Worte, sondern durch beständiges Tun – und genau darin liegt seine Kraft.“ Neben dem vielfältigen ehrenamtlichen Einsatz in Norderneyer Vereinen organisiert Schmidt seit Oktober 2014 das monatliche Erzählcafé der Kirchengemeinde im Martin-Luther-Haus mit rund 35 Besucherinnen und Besuchern, so Ulrichs: „Das Treffen bietet eine Bühne für Erinnerungen, Geschichten und gemeinsames Lachen; es geht um Erinnerungen und Erlebnisse, um das Leben auf der Insel früher und heute, um alte Berufe, Straßennamen, Kindheitserlebnisse und um gemeinsames Lachen und Singen. (…) Dass du Norderney, viele Familien und ihre Geschichten gut kennst und zudem plattdeutsch sprichst, verleiht diesen Begegnungen eine besondere Tiefe und Authentizität.

„Deine private Weiterbildung im Bereich der Palliativarbeit und dein Engagement im Umfeld der Hospizarbeit unterstreichen, dass dein Einsatz weit über das Offensichtliche hinausgeht“, fuhr der Bürgermeister fort: „Der respektvolle Umgang mit älteren Menschen begleitet dich seit deiner Kindheit. Du nimmst dir Zeit, hörst aufmerksam zu, nimmst Lebensgeschichten ernst und schaffst so Vertrauen. Du schaffst Orte, in denen Menschen sich gesehen fühlen. Du bewahrst Erinnerungen, stärkst Gemeinschaft und trägst dazu bei, dass Zusammenhalt auf unserer Insel spürbar bleibt.“

„Steigt vom Rad und redet miteinander”

Den ihr überreichten Blumenstrauß und die Ehrenmedaille nahm Schmidt sichtlich bewegt entgegen und widmete sie den Gästen des Erzählcafés. Sie dankte dem Team der Kirchengemeinde für ihren Rückhalt, ebenso den Norderneyer Firmen, die das Angebot unterstützen. Zudem wandte sich Schmidt mit zwei Bitten an die Norderneyer Einwohnerschaft: „Wenn jemand Fotos oder Geschichten aus seiner Familie hat, die es wert sind erzählt zu werden, meldet euch. Und wenn ihr ältere Mitbürger auf der Straße trefft, haltet an, steigt vom Rad, lächelt und wechselt ein paar Worte miteinander. Das bringt so viel. Dankeschön!“