Blick auf den Weststrand in der Saison

Beitrag vom Mittwoch, 14. Oktober 2026

Sommerbilanz 2026: Rückgang auf hohem Niveau

Das Staatsbad Norderney zieht mit Blick auf die vergangene Sommersaison ein positives Zwischenfazit. „Wir sind summa summarum ganz gut zufrieden“, so Kurdirektor Wilhelm Loth im Rahmen der Vorstellung der vorläufigen Gästezahlen von Januar bis einschließlich August 2026. Diese wiesen im Vergleich zum Vorjahr einen leichten Rückgang auf. So verzeichnete das Staatsbad 2.612.734 Übernachtungen in den acht Monaten und damit 1,3 Prozent weniger als in 2025. Auch die durchschnittliche Aufenthaltsdauer verringerte sich um fünf Prozent von durchschnittlich 6,82 Tagen auf 6,48 Tage. Im Gegenzug stieg die Zahl der Anreisen um vier Prozent auf 403.227 an. „Wir sehen schon in den letzten Jahren eine deutliche Kurve nach unten, was sicher damit zusammenhängt, dass das Geld bei den Leuten nicht mehr so locker sitzt“, so der Kurdirektor. „Es wird am und im Urlaub gespart, das zeigt sich an der Aufenthaltsdauer.“ Auch an der Zahl der Tagesgäste: Diese ging um 4,3 Prozent auf 157.575 Personen zurück. Trotzdem seien die Zahlen weiter auf hohem Niveau, betont Loth.
Ein „großes Plus“ zeigte sich hingegen zum einen bei den Kinoeintritten (+5,6 Prozent) und zum anderen im Bereich der Tagungen. „Wir haben in diesem Jahr große Konferenzen gehabt mit der Sportminister- und der Energieministerkonferenz“, erläutert der Kurdirektor.


Zudem fanden weitere Tagungen großer Unternehmen auf Norderney statt: „Die Insel wird immer mehr als ein Tagungsstandort wiederentdeckt. Die Schwierigkeiten waren hier bislang immer die mangelnden Übernachtungsmöglichkeiten. Das ist auch nach wie vor ein großes Thema. Da sich aber in der Hotellerie in den letzten Jahren auch einiges weiterentwickelt hat und zusätzliche gute und verbesserte Angebote an den Markt gekommen sind, sind Tagungen eine relevante Sparte geworden.“

Neues System für Ticketverkauf

Auch auf das diesjährige Summertime-Festival blickt das Staatsbad positiv zurück, wenn auch nicht alle Konzerte ausgebucht waren. Die ersten Buchungen für die Summertime 2027 mit zwei Konzerten der Band Unheilig sind ebenfalls gut angelaufen, und anders als in vorigen Jahren konnte der Ansturm auf die Tickets gut bewältigt werden, so der Kurdirektor. Dies liege daran, dass das Staatsbad in diesem Jahr ein eigenes Verkaufssystem aufgestellt hat, „was wiederum damit zusammenhängt, dass wir verstärkt in die digitalisierten Abläufe von Buchungen und Vertrieb investiert haben“, betont Loth: „Das spielt wiederum auch auf die Buchungskette für die Gäste ein, von der Fähre bis zur Veranstaltung. Da stehen wir als Destination mittlerweile ganz vorne.“

Strände entwickeln sich weiter

„Durchwachsen“ waren hingegen die Strandgegebenheiten, denn aufgrund der anhaltenden Sandverluste musste die Weiße Düne in diesem Jahr als Badestrand aufgegeben werden. „Wir haben sie vor der Saison zweimal aufgefahren, und innerhalb von Tagen war der Sand wieder weg“, berichtet Loth: „Wir konnten den Strand daher nur sehr eingeschränkt führen.“ Erweiterungsmöglichkeiten an der Oase habe es nicht gegeben; dort habe sich auch die Trennung des Freikörperkulturbereiches (FKK) vom übrigen Strandbereich als „schwierig“ gestaltet. „Die FKK-Gemeinschaft ist über die Jahrzehnte deutlich geschrumpft, das ist auch eine Generationenfrage“, stellt Loth fest: „Jüngere Menschen, die heute nach Norderney kommen, sind in der Regel keine großen FKK-Fans. Da müssen wir auch gucken, wie wir den Oasestrand sinnvoll weiterentwickeln.“
An den Stadtstränden waren die Strandkapitäne am Westbad in diesem Jahr erstmals in einem Turm untergebracht, der sich als sehr praktikabel erwies und künftig auch für die Strände Nordbad 1 und 2 angeschafft werden soll: „Dann sind die Rettungsschwimmer direkt am Geschehen, können auch kleine Behandlungen vor Ort händeln.“

Wunsch nach Sommergastronomie

Auch was Verweilmöglichkeiten direkt im Sand und gastronomische Sommerangebote angeht, möchte das Staatsbad in Abstimmung mit den Küstenschutzbehörden neue Angebote angehen. „Auf den Inseln in den Niederlanden oder in Belgien haben Sie ganz andere Strandstimmungen, weil es dort ganz andere Möglichkeiten gibt. Das haben wir immer wieder angesprochen und gesagt, wenn wir auf geteerten Flächen im Sommer fliegende Bauten hinstellen, was soll da eigentlich passieren? Wir verdichten nichts und machen nichts, was wir nichts dürften. Woanders gibt es ganze Aufbauten einfach im Sand. Das sind doch die tollsten Locations.“