Beitrag vom Dienstag, 13. Oktober 2026
Seniorennetzwerk Norderney: Gemeinsam gegen Einsamkeit im Alter
Auf Norderney gibt es zahlreiche Angebote für ältere und pflegebedürftige Menschen. Damit die Einrichtungen und Vereine als Akteure künftig enger zusammenarbeiten und gemeinsam neue Ideen entwickeln können, hat die Stadt erfolgreich ein Netzwerk für Pflege und Seniorenarbeit aufgebaut. Seit einem Jahr bringen die beiden Stadtmitarbeiterinnen aus dem Bereich Soziales Anne Böing und Stefanie Schulze vierzehn Anbieter für Seniorenangeboten regelmäßig an einen Tisch. Alle drei Monate kommen die Akteure zusammen und tauschen sich aus.
Die Treffen finden abwechselnd in den Einrichtungen statt. So lernen sich die Mitarbeiter und Ehrenamtlichen im Netzwerk kennen und erfahren, was die anderen anbieten, berichtet Böing im Gespräch. Wer beispielsweise beim Seniorenförderverein Unterstützung sucht, kann bei Bedarf an die Pflegeberatung oder an andere Einrichtungen vermittelt werden. Zwischen zehn und 15 Personen nehmen gewöhnlich an den Treffen teil.
Dass aus einem Netzwerk mehr werden kann als ein gemeinsamer Veranstaltungskalender, zeigt ein Vorhaben, an dem die Beteiligten zurzeit arbeiten. So wandten sich pflegende Angehörige an die Stadt und berichteten, wie schwierig es für ältere Menschen mit eingeschränkter Mobilität ist, noch an Freizeitangeboten teilzunehmen.
Ältere Menschen, die nicht mehr allein zum Seniorencafé oder zum Gesprächskreis kommt, bleibt einsam zu Hause. Nicht immer fährt ein Bus zur passenden Zeit, und auch der Weg zur nächsten Haltestelle kann zu weit oder zu teuer sein, schildert Schulze die Problematik. Die beiden Stadtmitarbeiterinnen nutzten dazu das Netzwerk, um zu klären, ob sich ein ehrenamtlicher Fahrdienst einrichten lässt. Dieser könnte ältere Menschen zu den bestehenden Angeboten des Netzwerks bringen und anschließend wieder nach Hause fahren. Die Voraussetzungen sind teilweise schon vorhanden, berichten Böing und Schulze. Noch müssen Fragen zur Versicherung, zur Finanzierung und zum Einsatz der Fahrer geklärt werden. Wann der Fahrdienst starten könnte, steht deshalb noch nicht fest.
Das Treffen der Akteure soll auch künftig Ideen aufgreifen. Mit Plakaten und Handzetteln informieren sie zudem über vorhandene Unterstützungs- und Freizeitangebote für Senioren. Ein Stundenplan auf der Rückseite schafft einen Überblick und ordnet die regelmäßigen Veranstaltungen nach Wochentagen. Wer beispielsweise am Mittwoch Gesellschaft sucht, findet dort das Offene Café von Hol di toi oder den Handarbeitskreis der evangelischen Kirchengemeinde. Auch Ansprechpartner und Telefonnummern sind aufgeführt, damit Senioren direkt Kontakt mit den Akteuren aufnehmen können. Die Handzettel liegen unter anderem in Arztpraxen, Apotheken und bei den beteiligten Einrichtungen aus und sind zudem in der Redaktion des Norderneyer Morgen in der Winterstraße 6 erhältlich.
Verfasst von Anja Pape
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