Beitrag vom Mittwoch, 10. Dezember 2025
So nah heran wie kein anderer
Ein frischer Wind strich über den Platz vor dem Feuerwehr-Gerätehaus, als Feuerwehrführung, Bürgermeister Frank Ulrichs und Einsatzkräfte zusammenkamen, um eine moderne Einsatzdrohne in Aktion zu erleben. Sekundenschnell ist die Drohne in der Luft und wartet surrend auf Befehle, bereit zu beweisen, weshalb robuste Technik auf Norderney besonders wichtig ist.
Was die große Feuerwehrdrohne Matrice 400 leisten kann, erklärte Sven Riese von Bit Informationssysteme aus Wendelsheim, selbst aktiver Feuerwehrmann. Das Unternehmen entwickelt seine Drohnen explizit aus der Praxis heraus, gemeinsam mit Feuerwehrleuten, die genau wissen, worauf es im Einsatz ankommt. Kein Wunder also, dass bereits zahlreiche Feuerwehren mit diesen Systemen arbeiten.
Eine Drohne kann Bereiche erkunden, die für Einsatzkräfte zu gefährlich sind, die Windgeschwindigkeiten von acht und neun Beaufort vertragen können und lange Flugzeiten mit einer sicheren Datenübertragung in den Einsatzleitwagen kombinieren. Für eine Inselfeuerwehr, die ohne Unterstützung auskommen muss, wäre eine solche Drohne die beste Ergänzung der Einsatzfahrzeuge. Sie kommt so nahe heran, wie kein anderer. Ausgerüstet mit einer Wärmebildkamera könnte sie zeigen, ob sich Glutnester in einem Dach gebildet haben.
Eigentlich unverzichtbar ist der Drohneneinsatz, um am Abend Personen im Inselosten aufzuspüren, die von der Flut überrascht wurden, denn hier kommt man mit den Einsatzfahrzeugen der Feuerwehr nicht weit. Ihre starke Windstabilität und hohe Traglast beispielsweise für Scheinwerfer und Kamera macht sie gerade für die Insel besonders geeignet, weiß auch Stadtbrandmeister Ralf Jürrens, der die Matrice 400 mit der notwendigen Ausrüstung am liebsten so schnell wie möglich anschaffen möchte. Während die Drohne sich langsam über die Dächer der umliegenden Gebäude hebt, konnte er und seine Feuerwehrkollegen die eindrucksvollen Livebilder der Wärmebild- und Zoomkamera auf dem Handmodul verfolgen. Alle wissen: Es sind diese Bilder, die im Ernstfall wertvolle Zeit sparen und in Echtzeit in den Einsatzleitwagen geliefert werden können.
Die Vorführung ist jedoch nur ein kleiner Vorgeschmack. Denn die Kosten für die Drohne mitsamt der benötigten Ausstattung liegen bei gut 32.000 Euro. Etwa die Hälfte ist bereits durch Spenden zusammengekommen, unter anderem durch Einnahmen beim Tag der offenen Tür der Feuerwehr im März. Es reicht jedoch noch nicht. Die Freiwillige Feuerwehr sucht daher dringend Unterstützer für dieses wichtige Projekt. Organisatorisch sind die Weichen bereits gestellt. Direkt nach der Anschaffung möchte die Feuerwehr eine personalstarke Drohnenstaffel ausbilden: „Wir sind startklar“, heißt es dazu aus der Feuerwehrführung.
Wer die Feuerwehr Norderney unterstützen möchte, und so für mehr Sicherheit sorgen will, kann an den Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Norderney unter Iban De51 2835 0000 0002 0034 57 spenden.
Verfasst von Anja Pape
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