Seniorenzentrum To Huus stellt um

Foto: Anja Pape

Beitrag vom Mittwoch, 14. Dezember 2022

Seniorenzentrum To Huus stellt um

Zum 1. Februar 2023 möchte Gunnar Sander, Geschäftsführer der Sander-Pflege-Gesellschaft, das Seniorenzentrum To Huus von einer vollstationären Einrichtung in eine ambulante Pflegeeinrichtung umwandeln. Die Initiative zu dieser Umstellung kam vom Landkreis, erläuterte Sander auf Nachfrage. Im August hatten sich Vertreter des Landkreises, Bürgermeister Frank Ulrichs, einige Mitglieder des Stadtrates sowie Angehörige in der Einrichtung getroffen. Bei diesem Treffen war es auch um die Frage gegangen, wie das Haus langfristig überlebensfähig bleiben kann, erinnert sich Sander. Dem vorausgegangen waren sowohl personelle als auch wirtschaftliche Engpässe. „Da kam der Vorschlag, ob wir nicht im Rahmen einer Ambulantisierung das Haus überlebensfähig machen können, da der rechtliche Rahmen etwas einfacher ist und es auch eine andere Form der Vergütungsstruktur gibt“, begründet Sander das Vorhaben bei gleicher Leistung und betont: „Das ist kein Betreutes Wohnen, sondern eine Pflegeeinrichtung mit einer ambulanten Struktur, in der die Menschen auch weiterhin 24 Stunden am Tag versorgt werden.“

Gunnar Sander hatte vor mehreren Jahren bereits das „Seniorenhus bliev hier“ auf Langeoog umgestellt und so Erfahrungen mit dem ambulanten Modell machen können.

Er kommentiert dazu: „Da ändert sich nicht so viel. Besser ist es deshalb, weil die Vergütung der Einrichtung mit einem ambulanten Setting besser ist als bei einem regulären. Man findet eine bessere Ertragslage vor, wobei die Kosten für die Bewohner gleichbleiben.“

Aktuell ist das Unternehmen dabei die baulichen Bedingungen zu erfüllen, nach denen Fluchttüren umgestellt werden müssen und eine weitere Toilette eingebaut werden muss. „Da sind wir dran und in Abstimmung mit der Heimaufsicht und den Pflegekassen“, so Sander, denn erst mit der Abnahme der Einrichtung und mit den neuen Verträgen mit den Pflegekassen kann die Umstellung überhaupt erfolgen. „Wir hoffen aber, dass es zum 1.Februar klappt“, so der Geschäftsführer.

Die Sache ist komplex, auch für die Bewohner und deren Angehörige. Sie müssen in diesem ambulanten System statt eines Vertrages gleich fünf unterschreiben: einen Mietvertrag, einen Betreuungsvertrag, einen Pflegevertrag, einen Tagespflegevertrag sowie eine Abtretungserklärung. „Das ist für alle Beteiligten, vor allem aber für das Haus, höchst komplex und bürokratischer und aufwendiger“, so Sander.

Zur Umstellung gibt es derzeit vonseiten der 36 Bewohner und ihrer Angehörigen viele offene Fragen. Sander hatte aus diesem Grund gestern zu zahlreichen Einzelgesprächen im Seniorenzentrum eingeladen, in denen die Verträge im Detail besprochen werden konnten. „Das ist auch wichtig“, ergänzt er, denn werden die neuen Verträge nicht unterschrieben, verlieren die Bewohner mit der Umstellung auf das ambulante Modell ihren Heimplatz. Weitere Gesprächsmöglichkeiten kündigt Sander für Januar an. „In diesen Gesprächen können wir hoffentlich auch den Menschen die Angst nehmen, dass es teurer wird. Es wird nicht teurer! Das haben wir von Anfang an gesagt, dass diese Veränderung nicht zu aktuellen Mehrkosten führt“, so Sander. Angehörige haben zudem die Möglichkeit, sich jederzeit beim Pflegedienstleiter zu informieren.

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