Beitrag vom Sonntag, 05. Juli 2026
Seit 75 Jahren ein Stück Lippe auf Norderney
Seit 75 Jahren verbindet das Haus Detmold den Kreis Lippe mit Norderney. Mit einem Festakt feierte der Kreis Lippe das Jubiläum seiner Inselquartiere an der Lippestraße – einem Ort, an dem seit Generationen Kinder, Jugendliche, Schulklassen, Vereine und Familien die Nordsee erleben und oft eine lebenslange Verbundenheit zur Insel entwickeln.
Landrat Meinolf Haase vom Kreis Lippe bezeichnete die Inselquartiere als „pulsierende Begegnungsstätten“, in denen junge Menschen Gemeinschaft, Eigenverantwortung und Natur erfahren. Eine Klassenfahrt nach Norderney sei weit mehr als Urlaub vom Alltag. Das Wattenmeer werde zum „größten Klassenzimmer Deutschlands“, in dem Natur- und Klimaschutz unmittelbar erlebt werden könnten. Der Kreis Lippe wolle die Anlage deshalb konsequent weiterentwickeln: mit modernen Gemeinschaftsbereichen, mehr Barrierefreiheit und energetischer Sanierung. Gleichzeitig soll die soziale Preisgestaltung erhalten bleiben: „Eine Klassenfahrt an die Nordsee darf kein Privileg von Familien mit hohen Einkommen sein“, betonte Haase.
Der frühere Landrat Friedel Heuwinkel spannte den Bogen zurück zu den Anfängen. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm der damalige Kreis Detmold 1951 das ehemalige Kasernengelände, um Kindern nach den Entbehrungen der Nachkriegszeit Erholung an der See zu ermöglichen. Aus dem Jugendwerk entwickelte sich über Jahrzehnte eine moderne Freizeit- und Bildungseinrichtung. Heute umfasst das Gelände rund 69.000 Quadratmeter. Damit zählt der Kreis Lippe zu den größten Flächeneigentümern auf der Insel.
Heuwinkel erinnerte auch an die engen Beziehungen zwischen Insel und Kreis, die über Jahrzehnte gewachsen sind. Viele Lipper verbinden ihre ersten Erinnerungen an Norderney mit einem Aufenthalt im Haus Detmold. Schulklassen kehrten später mit ihren Familien auf die Insel zurück, Vereine nutzten die Anlage für Trainingslager und Freizeiten.
Seit 2008 habe Hausleiter Frank Schwäbisch die Entwicklung der Inselquartiere mit zahlreichen Modernisierungen und einem engen Netzwerk auf der Insel weiter vorangetrieben.
Auch Norderneys Bürgermeister Frank Ulrichs würdigte die Bedeutung der Einrichtung für die Insel. Die Lippestraße trage ihren Namen nicht zufällig: Sie erinnert an das Jugendwerk des damaligen Kreises Detmold, das 1951 auf dem ehemaligen Kasernengelände gegründet wurde. Heute sind die Inselquartiere aus dem Inselleben nicht mehr wegzudenken, so der Bürgermeister. Sie bieten nicht nur Gästen Unterkunft, sondern stellten ihre Infrastruktur auch für Sport-, Freizeit- und Bildungsangebote auf der Insel zur Verfügung. „Wir brauchen solche Orte. Wir brauchen solche Orte, die mehr können als Unterkunft. Orte, die prägen, die verbinden und die auch etwas auslösen“, sagte Ulrichs.
Damit verband sich am Ende des Festakts eine gemeinsame Botschaft aller Redner: Der Kreis Lippe bekennt sich auch künftig zu seinen Inselquartieren und will sie weiterentwickeln. Zugleich unterstrich die Stadt die enge Partnerschaft mit dem Kreis Lippe.
Verfasst von Anja Pape
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