Beitrag vom Donnerstag, 19. März 2026
Pilotprojekt Erkunderdrohne: Über 20 Einsätze in einem Jahr geflogen
Mit einer Erkunderdrohne unterstützt die FLN Frisia-Luftverkehr in Norddeich seit Anfang 2025 die Arbeit von Einsatz- und Rettungskräften auf dem ostfriesischen Festland, auf dem Meer und auch auf Norderney. Es handelt sich um ein Pilotprojekt, das gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr Norden und der Kooperativen Regionalleitstelle Ostfriesland (KRLO) initiiert wurde. Rund ein Jahr nach dem Start des Projekts hat die FLN Frisia Anfang März den Vertretern der Landkreise Aurich, Leer und Wittmund die ersten Projektergebnisse vorgestellt.
„Ein Kraftstoffaustritt im Hafen, eine vermisste Person im Watt, eine Gefahrgutübung auf See – in all diesen Fällen war die Erkunderdrohne bereits vor den ersten Einsatzkräften über der Einsatzstelle und lieferte binnen Minuten wichtige Lagebilder“, so der Pressebericht über das Treffen. Seit dem Start des Pilotprojekts Anfang 2025 hat das stationäre Drohnensystem über 20 Einsätze absolviert.
Sowohl die Technik als auch die Drohne samt Drohnenpiloten werden durch die FLN Frisia in Eigenleistung zur Verfügung gestellt. Bei einem Einsatz startet die Drohne automatisiert aus ihrer Dockingstation am Flugplatz Norddeich. Die Livebilder sind per Link unmittelbar für alle Behörden aufrufbar.
„Die stationäre Erkunderdrohne ist bewusst als Ergänzung zu den mobilen Feuerwehrdrohnen konzipiert, nicht als Ersatz“. so die Mitteilung: „Sie liefert einen schnellen Überblick in den ersten kritischen Minuten, solange die Feuerwehr noch anrückt und ihre eigene Drohne noch nicht in der Luft ist.“
Auch auf Norderney im Einsatz
Durch die feste Stationierung ist ihr Einsatzgebiet auf einen Radius von zehn Kilometern begrenzt. Dieser schließt auch das gesamte Stadtgebiet Norderney und weite Teile des Nordstrandes mit ein. Laut einer Sprecherin des Landkreises Wittmund startete die Drohne seit Projektbeginn zweimal nach Norderney: zu zwei Bränden und bei einem in Not geratenen Kitesurfer. Die Insel ist eines der entferntesten Einsatzgebiete, je nach Einsatzort ist mit einer Anflugzeit von zehn bis 15 Minuten zu rechnen. „Erste Bilder kann man aber je nach Lage schon vorher sehen“, so die Sprecherin: In den meisten Fällen sei die Ersteinschätzung vor Ort in weniger als zehn Minuten erfolgt.
Laut Henning von Busch, dem stellvertretenden Leiter der KRLO, würde sich mit etwa acht strategisch platzierten Stationen die gesamte ostfriesische Küstenlinie abdecken lassen – sodass innerhalb von rund zehn Minuten von jedem Einsatzort erste Luftbilder vorliegen. „Die anwesenden Landräte der Kreise Leer und Wittmund sowie Vertreter des Bevölkerungsschutzes aus Aurich unterstützen dieses Ziel ausdrücklich“, heißt es in der Mitteilung.
Verfasst von Anja Pape
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