Ostbadestrände: Warten auf Rückantwort

Bild: Archiv

Beitrag vom Mittwoch, 06. Mai 2026

Ostbadestrände: Warten auf Rückantwort

Am 15. Mai soll an den Ostbadestränden der Insel der Strandbetrieb starten. Doch sowohl die Weiße Düne als auch die Oase gehen in diesem Jahr mit einem gewaltigen Handicap in die Saison. An der Oase schränken die Horizontalbohrungen des Übertragungsnetzunternehmens Amprion den Strandbetrieb in diesem Jahr stärker ein als in den Vorjahren. Rund 160 Strandkörbe wird dad Staatsbad dort trotzdem zur Verfügung stellen, auch die Strandsauna und den Kiosk. Die Arbeiten werden allerdings auch nachts stattfinden, sodass die dortigen Schlafstrandkörbe an die Weiße Düne umziehen müssen, wie Kurdirektor Wilhelm Loth kürzlich im Rahmen eines Pressetermins mitteilte. Das Problem dort: Fortschreitende Sandverluste haben den ehemals weiten Strand vollständig aufgezehrt.

Um überhaupt einen Streifen für die Strandkorbvermietung zu schaffen, muss für einen sechsstelligen Betrag erst noch Sand aufgeschüttet werden.

Vor dem Hintergrund dieser doppelten Belastung hatte das Staatsbad bereits im Februar 2026 beim Land Niedersachsen um finanzielle Unterstützung für den Aufbau der Weißen Düne gebeten – bisher jedoch ohne Erfolg. „Dieses Schreiben liegt seit acht Wochen dort“, zeigt sich Loth enttäuscht. Trotz mehrmaliger Nachfragen habe das Staatsbad bisher keine Antwort erhalten. „Ich fände es schade, wenn es dort ausgesessen wird, denn dann sehen wir uns nur in der Lage, mit zwei absolut eingeschränkten Stränden in die Saison zu gehen“, so der Kurdirektor: „Das kommt bei der Vielzahl unserer Gäste sicherlich nicht gut an.“

Einschränkungen seit einem Vierteljahrhundert

Dabei stünde es dem Land „gut zu Gesicht, uns jetzt zu unterstützen“, betonte Loth. Der Ausbau der regenerativen Energien sei von „hohem Interesse“, doch gleichzeitig nehme die Insel seit rund 25 Jahren mit immer wieder neuen Trassenprojekten im Inselosten große Einschränkungen in Kauf. „Ich glaube, da kann sich über Norderney keiner beschweren – so viel Beitrag, wie wir hier geleistet haben, das muss man woanders erstmal weit suchen. (…) Es kann nicht sein, dass immer die Gleichen dadurch Einschränkungen erleben und dass, wenn wir dann mal um Hilfe bitten, nicht mal eine Rückantwort kommt. (…) Das finde ich keinen guten Umgang und das zeigt auch wieder, dass Tourismus als Wirtschaftsfaktor gar nicht ernst genommen wird.“ Das Staatsbad habe sich daher auch an Landtagsvertreter gewandt, „weil wir das so einfach nicht stehen lassen möchten“, so der Kurdirektor.