JHV des Kleingärtnervereins auf Norderney

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Beitrag vom Mittwoch, 28. Februar 2024

„Land unter“ seit vier Monaten

Mit gleich mehreren großen Aufgaben haben die Mitglieder des Norderneyer Kleingärtnervereins zur Jahreshauptversammlung ihren Vorstand in das Frühjahr geschickt. Vor allem die anhaltende Überschwemmung vieler Gärten wurde bei der rund dreistündigen Sitzung erhitzt diskutiert. Als Grund für den nun schon vier Monate anhaltenden Zustand machten die Mitglieder nicht nur den hohen Grundwasserstand aus. Auch die Entwässerung der Gärten funktioniere nicht gut, weil einzelne Entwässerungsgräben mit der Zeit zugeschüttet oder verstopft wurden, berichteten die Anwesenden. Zudem, so der Vereinsvorsitzende Jens Leiner, habe sich die Domänenverwaltung des Landes Niedersachsen als Eigentümerin seit mehreren Jahren nicht darum gekümmert, den Schlot entlang der Deichstraße auszuheben. Der Vorstand sei hierzu in Abstimmungen mit der Behörde. Als auch noch der Eisteich am Gaswerkgeländes überlief, organisierten die Mitglieder zunächst in Eigeninitiative ein Abpumpen des Wassers, bevor die Technischen Dienste der Stadt (Tdn) ihnen zu Hilfe kam. Weil hier auch Regenwasser von der Deichstraße hineingeleitet wird, gibt es nach Ansicht des Vereins weiteren Abstimmungsbedarf mit der Stadt, um die Zuständigkeiten für den Teich zu klären. Die Mitglieder stimmten zudem für die Anschaffung einer Pumpe, um im Ernstfall selbst handeln zu können.

Der Vorstand möchte darüber hinaus mit den Stadtwerken Kontakt aufnehmen, um zu prüfen, ob der Grundwasserspiegel im Bereich der Kleingärten durch eine vermehrte Grundwasserförderung im Stadtbereich abgesenkt werden könnte.

Ebenfalls mit der Domänenverwaltung in Verhandlung ist der Vorstand über eine Verlängerung des Pachtvertrags für das Gelände im Schlickdreieck. Wie Leiner berichtete, läuft der Vertrag Ende März 2025 aus. Um ihn zu verlängern, fordert die Landesbehörde neben einer Pachterhöhung erstmals auch eine Übernahmesicherung in Höhe von 300.000 Euro – eine Summe, die der Verein alleine nicht stemmen könnte. Die Stadt Norderney habe den Kleingärtnern jedoch ihre Unterstützung zugesichert, so Leiner.

Ehrungen

Doch auch Positives hatte der Vorsitzende an diesem Abend zu vermelden. So wurde das Gartenfest im vergangenen Jahr gut angenommen und soll auch in 2024 wieder stattfinden. 17 Gartenübergaben konnten im Jahr 2023 durchgeführt werden und von den über 470 Mitgliedern stehen derzeit 41 Mitglieder auf der Warteliste für einen eigenen Garten. Auch konnten auf der Versammlung 25 Mitglieder für ihre langjährige, 20- bis 50-jährige Vereinstreue geehrt werden. Die Verleihung der Urkunden erfolgte durch Holger Gröneveld, der als Vertreter des Landesverbands der Gartenfreunde Ostfrieslands eigens angereist war. Gröneveld ließ es sich bei der Gelegenheit nicht nehmen, die Norderneyer für ihr herausragendes Vereinsleben zu loben: „Auf dem Festland sind wir froh, wenn die Mitglieder fünfzehn Jahre im Verein bleiben und hier sind es über 50 Jahre. Das ist etwas Besonderes.“

Wahlen

Bei den anstehenden Vorstandswahlen wurden Leon Bäckerling zum neuen Kassenwart und sein Vorgänger Manfred Land zu seinem Stellvertreter gewählt. Christine de Boer wurde in ihrem Amt als zweite Vorsitzende und Schriftführerin bestätigt. Für die bisher unbesetzte Gartenaufsicht im Gaswerkgelände erhielten Erich Ruth und Willem Nijenhuis die uneingeschränkte Zustimmung der Anwesenden.