Beitrag vom Samstag, 11. Juli 2026
Jungtiere benötigen Schutz vor Hunden
Die Wiesen und Dünen auf Norderney sind in diesen Wochen Kinderstube der Natur. Während Rehkitze bereits im Mai geboren wurden, kamen die Damwildkälber im Juni zur Welt. Viele von ihnen sind noch sehr jung und schutzlos und deshalb besonders gefährdet, wenn frei laufende Hunde ihren Jagdinstinkt entdecken.
„Viele Hundehalter sagen: Mein Hund macht nichts“, sagt Klaus Harms, stellvertretender Leiter des Hegerings Norderney. Entscheidend sei aber nicht, ob ein Hund kämpfen will, sondern dass der Jagdinstinkt plötzlich einsetzen kann. Und so kommt es immer wieder vor, dass Hunde Kaninchen, Rehkitze oder Damwildkälber verfolgen und reißen. Dabei haben die Jungtiere kaum eine Chance. Ihr natürlicher Schutzmechanismus besteht darin, sich regungslos ins Gras oder ins Gebüsch zu drücken. Vor einem heranstürmenden Hund schützt sie das jedoch nicht. Harms erlebt solche Situationen immer wieder. Besonders tragisch werde es, wenn Muttertiere flüchten können, ihre Jungen aber zurückbleiben und dem Hund ausgeliefert sind.
Deshalb appelliert der Hegering an alle Hundehalter, dringend die Leinenpflicht einzuhalten nicht als Einschränkung für den Hund, sondern als Schutz für die Wildtiere in dieser besonders sensiblen Zeit.
„Mit einer Leine ist viel gewonnen“, sagt Harms. Ein kurzer Moment der Rücksicht kann demnach darüber entscheiden, ob ein Jungtier unversehrt auf der Insel aufwächst.
Damit Hunde dennoch ausreichend Auslauf haben, gibt es auf Norderney ausgewiesene Freilaufflächen. Dazu gehören unter anderem die Hundewiese am ehemaligen Fliegerhorst sowie die freigegebenen Strandabschnitte. Dort können sie nach Herzenslust laufen und spielen, ohne Wildtiere zu gefährden.
Verfasst von Anja Pape
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