Schutzkonzept des Jugendcafé Norderney

Foto: Pape

Beitrag vom Sonntag, 04. Juli 2021

Jugendcafé: Schutz vor Gewalt

Das neue Schutzkonzept des Jugendcafés ist mehr als eine Handlungsanweisung, um Kinder vor Gewalt zu schützen, erklärt Sozialpädagogin und Jugendcaféleiterin Andrea Holtel. Dazu gehört nach ihrem Selbstverständnis nicht nur, dass die Kinder im Jugendcafé keine Gewalt erfahren, sondern dort Hilfe bekommen, wenn sie diese brauchen und lernen sich zu äußern.

Holtel: „Verstehen uns als lernende Organisation“

Die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen mit Ideen im Jugendcafé ist für Holtel von zentraler Bedeutung: „Wenn Kinder mitentscheiden, mitreden und sich beteiligen, ist dies immer auch ein wirksamer Schutz vor Gewalt.“ Ausdrücklich erwünscht sind im Jugendcafé deshalb auch Rückmeldungen, wie Beschwerden oder Vorschläge von Kindern und Jugendlichen. Holtel: „Wir verstehen uns als eine lernende Organisation und wollen wissen, was wir falsch gemacht haben.“ Vonseiten der Mitarbeitenden gehört deshalb auch die Reflexion zur Arbeit dazu, so die Leiterin. Gewalt beginnt nach ihrer Einschätzung bei Grenzverletzungen, die oft unbewusst stattfinden und bewusst gemacht werden müssen. Das kann mit einer Berührung oder Bemerkung anfangen und unbeabsichtigt in Stresssituationen geschehen. „Es handelt sich dann in der Regel um einmaliges oder gelegentlich unangemessenes Verhalten gegenüber Kindern und Jugendlichen.

Problematisch werden solche Grenzverletzungen, wenn sie zur Kultur einer Einrichtung oder Gemeinschaft gehören. Dann sind Grenzverletzungen eventuell auch Ausdruck von mangelnder Fachlichkeit oder persönlicher Unzulänglichkeit“, heißt es im Schutzkonzept. Für viele Kinder und Jugendliche gehören Gewalterfahrungen zu ihrem Alltag und diese können in jeglicher Form auftreten und können körperlicher, sexualisierter oder seelischer Art sein, heißt es weiter.

Jugendcafé soll Schutzraum sein

Holtel: Es ist wichtig, dass man sich damit auseinandersetzt, wie man arbeitet und weiß, was zu tun ist, wenn etwas passiert.“ Ein Schutzkonzept gebe zudem eine Orientierungshilfe für Mitarbeitende sowie Kooperationspartner und -partnerinnen mit verbindlichen Handlungsanweisungen, ermögliche aber auch eine präventive Arbeit. „Das Jugendcafé soll ein Schutzraum sein“ und so die Kinder unterstützen, sagt Holtel.

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