Inselmühle: Baugenehmigung als Ziel

Foto: Archiv

Beitrag vom Freitag, 03. Juli 2026

Inselmühle: Baugenehmigung als Ziel

Im April 2026 hat die Stadt Norderney ihre Pläne für die Mühle „Selden Rüst“ vorerst auf Eis gelegt. Zuvor war vergeblich in zwei Ausschreibungsrunden nach einem dauerhaften Pächter für das Inselwahrzeichen gesucht worden. Auch hätte die Stadt mit deutlich gestiegenen Kosten für einen Umbau des Gastronomiebereichs rechnen müssen.

Um die Modernisierung der gastronomischen Räumlichkeiten zu planen, hatte die Stadt jedoch schon lange vorher einen Auftrag an ein Architekturbüro vergeben, der nicht nur die Vor- und Entwurfsplanungen, sondern auch die Vorbereitung eines Bauantrags einschließt. Diese Leistung muss die Stadt trotz des Planungsstopps bezahlen. In der Sitzung des Bauausschusses gab das Gremium seine Zustimmung, diesen Weg zu Ende zu gehen.

Ziel ist es, eine Baugenehmigung für die nächsten drei Jahre zu erhalten, um diese im Falle eines neuen Pächters oder veränderter Umstände in die Tat umsetzen zu können.

Der Entwurf für einen Neubau ist weit fortgeschritten und eng mit den Denkmalschutzbehörden auf Kreis- und Landesebene abgestimmt, erläuterte Bauamtsleiterin Claudia Ziehm. Die Pläne sehen vor, dass sowohl der Vorbau als auch die seitlichen und rückwärtigen Anbauten zurückgebaut werden. Das ist möglich, weil nur der achtkantige Mühlenkern unter den Denkmalschutz fällt. An ihre Stelle soll ein Neubau treten, der die Mühle von der Rückseite her nur zur Hälfte umfasst. Große Glastüren sollen von innen den Blick auf den Vorplatz freigeben und zur Seite hin geöffnet werden können. Geplant ist ein 117 Quadratmeter großer Gastraum mit rund 70 Plätzen. Das Innere der Mühle selbst würde zum Foyer mit rund 40 Quadratmetern. Hinzu kommen knapp 100 Quadratmeter Betriebs-, Personal- und Kühlräume.

„Wir haben nicht vor, den Entwurf umzusetzen und es sind keine Haushaltsmittel dafür eingestellt“, betonte Ziehm: „Dennoch haben wir die Hoffnung, dass wir die Pläne mit Fördermöglichkeiten und unter veränderten Rahmenbedingungen wieder aus der Schublade holen dürfen.“ Zwar gebe es derzeit ein sehr erfolgreiches und gut besuchtes mobiles Caféangebot, mit dem zumindest der Vorplatz lebendig bleibt. „Aber ob das System der ewigen Zwischennutzung über zehn bis 30 Jahre das ist, was man will, das wird sicherlich ein Thema der Zukunft sein, mit dem sich die Stadtpolitik beschäftigen muss“, so die Bauamtsleiterin.