Herbstferien ein „Schlag ins Kontor“

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Beitrag vom Samstag, 21. Februar 2026

Herbstferien ein „Schlag ins Kontor“

Eine „zufriedenstellende“ Gästebilanz für das Jahr 2025 hat das Norderneyer Staatsbad in dieser Woche im Rahmen eines Pressetermins präsentiert. Laut vorläufigen Zahlen dufte die Insel Norderney im vergangenen Jahr 541.195 Übernachtungsgäste begrüßen, das sind knapp 4.000 Gäste mehr als im Vorjahr. Die Aufenthaltsdauer ging jedoch leicht zurück, was sich bei den rund 3,5 Millionen Übernachtungen zeigt – knapp 100.000 weniger als in 2024.

„Was uns richtig ins Kontor geschlagen hat im letzten Jahr, das waren die Herbstferien“, berichtete Kurdirektor Wilhelm Loth: „Diese Überschneidung der vollen zwei Wochen Herbstferien in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen hat uns schlichtweg 100.000 Übernachtungen in einem Monat gekostet. Das hat uns sehr zurückgeworfen. Wir waren eigentlich auf einem richtig guten Weg.“ Dies betreffe auch die anderen Ostfriesischen Inseln, weshalb derzeit eine gemeinsame Stellungnahme zur Ferienzeitenregelung vorbereitet werde. „Das ist ein unglaublich wichtiges Thema“, betonte der Kurdirektor: „Bei den Herbstferien ist die Überschneidung viel sensibler noch als bei den Sommerferien, denn im Sommer wird sowieso gereist, aber im Herbst nicht unbedingt. Und da tut uns – das haben wir jetzt schwarz auf weiß – eine solche Überschneidung sehr weh.“

Sinkende Zahlen gab es im vergangenen Jahr auch bei den Tagesgästen. „Hier haben wir seit Jahren ständig sinkende Zahlen, die sich jetzt um 200.000 einpendeln werden“, so die Einschätzung des Kurdirektors: „Die Ausgangsposition lag mal bei 300.000 Tagesgästen. Das ist aber eine Entwicklung, die durchaus guttut, was die Gästedichte auf der Insel betrifft, und die große Zahl an Tagesgästen war ja auch nicht immer ganz unumstritten. Auf der anderen Seite ist es sicherlich auch dem geschuldet, dass man nicht am Urlaub, aber im Urlaub spart.“ Diese Beobachtung gab es bereits in den vergangenen Jahren und hielt auch im Jahr 2025 laut Rückmeldungen aus Einzelhandel und Gastronomie weiter an: „Das Ausgabeverhalten insgesamt wird verhaltener, das kann man sicherlich sagen.“

Veranstaltungen nachgefragt

Einen deutlichen Umsatzanstieg verzeichnete hingegen die Veranstaltungsabteilung des Staatsbades. Deutlich mehr Menschen besuchten in 2025 sowohl das Kino als auch die Kulturveranstaltungen. „Wir haben hier einen Umsatzzuwachs von fast 50 Prozent“, zeigte sich der Kurdirektor nahezu überrascht: „Dort kommen wir also wieder in die Gefilde hinein, die wir auch vor Corona hatten. Allerdings haben wir auch viele Veranstaltungen nach draußen verlagert; insgesamt ist der Gast immer noch am liebsten draußen. Das Thema geschlossene Räume ist immer noch eins, das haftet dieser Zeit noch an, aber das ist eine sehr schöne Entwicklung.“

Strandkorbvermietung: wetterbedingter Rückgang

Die Umsätze bei der Strandkorbvermietung hingegen gingen um sechs Prozent zurück, was vor allem dem „sehr durchwachsenen“ Wetter im vergangenen Jahr geschuldet sei, erläuterte Loth. Ein großer Teil der Reservierungen sei durch die Gäste bereits vor ihrer Anreise digital getätigt worden. Trotzdem lagen die Einnahmen durch die Strandkorbvermietung wie schon in den Vorjahren bei weit über einer Million Euro. Loth: „Da sind wir sehr zufrieden.“