Beitrag vom Dienstag, 30. Dezember 2025
Fußgängerzonen: Viele Regeln, wenig Wirkung
Die Fußgängerzonen im Ortskern standen im Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus und Verkehr auf der Tagesordnung. Anlass war die Überprüfung der bestehenden Verkehrsregelungen im Rahmen des Verkehrs- und Mobilitätskonzepts. Die Diskussion zeigte, dass die Vielzahl unterschiedlicher Vorschriften im Alltag kaum noch verständlich ist und ihre Wirkung zunehmend verliert.
Die Verwaltung stellte die derzeitigen Regelungen vor. Während Poststraße und Strandstraße als klassische Fußgängerzonen grundsätzlich für den Fahrzeugverkehr gesperrt sind, gelten in anderen Bereichen zeitlich und saisonal begrenzte Ausnahmen. Diese betreffen unter anderem den Lieferverkehr, Radfahrer oder Anlieger. Je nach Straße unterscheiden sich die Zeitfenster jedoch.
Mehrere Ausschussmitglieder machten deutlich, dass selbst Einheimische kaum noch nachvollziehen könnten, wann und wo welche Regel gilt. Für Gäste sei das System erst recht schwer zu verstehen. Oft sind an einzelnen Einfahrten mehrere Verkehrszeichen angebracht, deren Bedeutung sich erst nach genauerem Studium erschließe. In der Folge würden Regeln häufig nicht aus Missachtung, sondern aus Unklarheit verletzt.
Besonders kritisch wurde der Abschnitt zwischen Lucius- und Winterstraße bewertet. Obwohl dieser Bereich formal als Fußgängerzone ausgewiesen ist, wird er ganzjährig intensiv genutzt, sowohl von Radfahrern als auch vom Lieferverkehr. In der Diskussion wurde deutlich, dass hier eine erhebliche Diskrepanz zwischen formaler Regelung und tatsächlicher Nutzung besteht. Regelungen, die dauerhaft ignoriert werden, verlieren nach Auffassung des Ausschusses jedoch ihre Akzeptanz.
Einigkeit bestand darüber, dass Beschilderung allein keine Lösung darstelle. Ohne wirksame Kontrolle lasse sich keine Verkehrsregel dauerhaft durchsetzen. Gleichzeitig wurde offen eingeräumt, dass eine umfassende Kontrolle der Fußgängerzonen nicht leistbar sei. Vor diesem Hintergrund wurde im Ausschuss angeregt, die bestehenden Regelungen zu vereinfachen. Weniger Ausnahmen, klarere Zeitfenster und möglichst einheitliche Vorgaben könnten dazu beitragen, die Verständlichkeit zu erhöhen. Gleichzeitig wurde betont, dass nicht jede Straße gleich behandelt werden könne, da Nutzung, Aufenthaltsqualität und Verkehrsaufkommen stark variieren.
Zu konkreten Beschlüssen kam es nicht. Der Ausschuss verständigte sich darauf, das Thema weiter zu beraten und insbesondere im Arbeitskreis Verkehr erneut aufzugreifen.
Verfasst von Anja Pape
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