Beitrag vom Samstag, 04. Oktober 2025
Feuerwehr sammelt für Einsatzdrohne
Abends ist immer Licht im Feuerwehrhaus. „Hier ist immer was los“, weiß auch Stadtbrandmeister Ralf Jürrens. Für ihn ist Feuerwehr Alltag. Doch bei aller Routine weiß die Wehr, wo ihre Grenzen liegen. Beispielsweise bei Sturmeinsätzen auf den Inselhochhäusern reichen die Leitern nicht bis in die obersten Etagen. „Da oben war ein bisschen Wind, auch ein bisschen mehr. Und deswegen wollte ich da oben auch keinen hochlassen.“
In solchen Situationen könnte eine Drohne helfen. Statt Einsatzkräfte in Gefahr zu bringen, ließe sich die Lage aus der Luft erkunden: Dachschäden, lose Teile, Glutnester, alles, was von unten nicht zu sehen ist. „Eine Drohne kann Bereiche erkunden, die für Einsatzkräfte zu gefährlich sind“, erklärt der Stadtbrandmeister. Die Insel stellt besondere Anforderungen an die Technik: „Windstärke 8 sollte sie vertragen können.“ Dazu kommen lange Flugzeiten, robuste Akkus und eine sichere Datenübertragung direkt in den Einsatzleitwagen. Die bisher in der Region stationierten Drohnen helfen zwar in Einzelfällen, sind aber oft schnell wieder weg. „Die war einmal hinten bei der Wasserrettung, vielleicht zwei Minuten, dann musste sie zurück, weil sie keine Akkuleistung mehr hatte“, so Jürrens.
Auch bei Personensuchen oder Verkehrsunfällen sehen die Feuerwehrleute Vorteile. Eine Wärmebildkamera könnte zeigen, ob ein Unfallwagen noch Restwärme hat – und ob vielleicht eine zweite Person im Dunkeln vermisst wird.
Öl- oder Treibstoffspuren auf dem Meer wären aus der Luft dokumentierbar, Überschwemmungen nach Starkregen ließen sich großflächig einschätzen.
Doch eine Einsatzdrohne ist kein Wunschspielzeug. „Das ist keine Hobbydrohne, das ist auch keine Schönwetterdrohne. Das ist schon etwas Spezielles und mit höheren Anforderungen“, weiß Jürrens.
Je nach Ausstattung kostet eine Drohne gut 30.000 Euro, für ein wind- und salzwasserfestes Modell deutlich mehr.
Rund 8.000 Euro sind durch Spenden bereits zusammengekommen. Die Feuerwehr hofft nun auf weitere Spenden von Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen. „Schnellstmöglich“ soll die Drohne angeschafft werden, damit die Einsatzkräfte im Ernstfall nicht mehr allein auf ihre Leitern angewiesen sind.
Verfasst von Anja Pape
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