Einsatzreiches Jahr für die Feuerwehr

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Beitrag vom Montag, 23. März 2026

Einsatzreiches Jahr für die Feuerwehr

Ein arbeitsreiches Jahr, steigende Anforderungen und zugleich ein spürbarer Bedarf an personeller Verstärkung: Die Freiwillige Feuerwehr zog bei ihrer Jahreshauptversammlung Bilanz und zugleich den Blick nach vorn gerichtet.

Stadtbrandmeister Ralf Jürrens begrüßte neben den rund 70 Feuerwehrkräften auch zahlreiche Gäste aus Politik, Verwaltung und befreundeten Organisationen im Feuerwehrhaus. Unter ihnen waren Bürgermeister Frank Ulrichs als oberster Dienstherr, Vertreter von Polizei, DRK, DLRG, Rettungsdienst sowie des Kreisfeuerwehrverbandes. In seinem Jahresbericht zeichnete Jürrens ein deutliches Bild: Mit 180 Einsätzen war 2025 eines der einsatzreichsten Jahre der Feuerwehr. Insgesamt leisteten die Einsatzkräfte mehr als 780 Stunden an der Einsatzstelle – zusätzliche Zeiten für Nachbereitung und Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft noch nicht eingerechnet. Das Einsatzspektrum reichte von Brandeinsätzen über technische Hilfeleistungen und Wasserrettungen bis hin zu Personensuchen. „Unsere Einsatzabteilung ist leistungsfähig, engagiert und vor allem zuverlässig“, sagte der Stadtbrandmeister. Gleichzeitig machte er deutlich, dass die Belastung auf zu wenigen Schultern verteilt ist und so sind neue Kräfte immer willkommen.

Aktuell zählt die Feuerwehr 77 Mitglieder in der Einsatzabteilung, hinzu kommen 13 Jugendliche, 17 Kinder sowie 19 Alterskameraden. Damit bleibt jedovh die Einsatzabteilung unter der angestrebten Sollstärke von 90 Kräften. Diese ist, so Jürrens, Grundlage für eine verlässliche Einsatzbereitschaft und eine faire Verteilung der Aufgaben.

Neben der personellen Situation sprach Jürrens auch strukturelle Themen an. Dabei sprach er die Notwendigkeit von Verbesserungen beim Gesundheitsschutz sowie um zusätzliche logistische Kapazitäten an. Auch das Feuerwehrhaus stößt zunehmend an seine Grenzen, so der Stadtbrandmeister. So fehle es an Platz für Fahrzeuge und Material, an geeigneten Räumen für die Nachwuchsarbeit und an Unterbringungsmöglichkeiten für externe Kräfte.

Bürgermeister Frank Ulrichs würdigte die Arbeit der Feuerwehr ausdrücklich. Mit Blick auf die Einsatzzahlen betonte er: „Die Feuerwehr ist eine tragende Säule für die Sicherheit auf der Insel. (…) Ihr habt im letzten Jahr wieder gut geliefert.“ Gleichzeitig verwies er auf die finanzielle Gesamtsituation der Stadt und die parallel anstehenden Aufgaben, insbesondere im Bereich der medizinischen Versorgung. Dennoch habe die Stadt auch für die Feuerwehr umfangreiche Mittel eingeplant, etwa für Fahrzeuge, Technik, Schutzkleidung und Ausbildung sowie für bauliche Maßnahmen, informierte der Bürgermeister.

Ein positives Bild zeichnete der Bericht der Jugend- und Kinderfeuerwehr. Beide Bereiche sind stabil aufgestellt und leisten einen wichtigen Beitrag für die Zukunft der Wehr. Übungen, gemeinsame Aktionen und Zeltlager stärken nicht nur die fachlichen Fähigkeiten, sondern auch den Zusammenhalt.

Unter dem Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“ wurde schließlich ein Schreiben aus den Reihen der Feuerwehr verlesen, in dem Kritik an Kommunikation und Abläufen innerhalb der Wehr geäußert wurde. In der anschließenden kurzen Diskussion zeigten sich deutlich, die unterschiedliche Sichtweisen, woraufhin Bürgermeister Ulrichs anbot, Gespräche zu begleiten und zu moderieren. Er mahnte: „Die Moral der Truppe ist viel, viel wichtiger als jede Investition.“ Aus der Versammlung heraus kam der Vorschlag, die Thematik außerhalb des offiziellen Rahmens strukturiert weiter zu behandeln und dabei auch externe Unterstützung einzubeziehen. Dieser Vorschlag fand in der Versammlung und der Wehrführung breite Zustimmung. Viele nutzten die Gelegenheit nach der Mitgliederversammlung sich bei Essen und kalten Getränken auszutauschen und ließen den Abend gemeinsam ausklingen.