Beitrag vom Montag, 19. Januar 2026
E-Kat im Fokus der Forschung
Ein neues Hochleistungs-Ladesystem wird in Norddeich mit Blick auf den Inselverkehr getestet. Das teilte die Reederei Norden-Frisia mit. Seit April 2025 verbindet der E-Kat Norderney bis zu achtmal täglich Co₂-frei mit dem Festland. Was für Fahrgäste vor allem leise Überfahrten und emissionsfreien Inselverkehr bedeutet, ist zugleich Teil eines europäischen Forschungsprojekts: Der Elektrokatamaran der AG Reederei Norden-Frisia dient als Testschiff für ein neu entwickeltes Hochleistungs-Ladesystem.
Im Rahmen des europäischen Projekts Hypobatt wird derzeit im Hafen Norddeich die Ladeinfrastruktur für ein Multi-Megawatt-Ladegerät aufgebaut. Ziel ist es, standardisierte Ladevorgänge für große Schiffsbatterien zu entwickeln und unter realen Einsatzbedingungen zu erproben.
An dem Projekt sind 18 Partner aus zehn europäischen Ländern beteiligt, darunter Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Nach dem derzeit laufenden mechanischen und elektrischen Aufbau der Anlage folgen umfangreiche Systemtests. Die finale Demonstration des Systems ist für Ende Februar geplant. „Die Demonstration zeigt, dass die im Projekt entwickelten Konzepte und Technologien nicht nur theoretisch funktionieren, sondern auch im realen maritimen Umfeld umsetzbar sind“, sagt Projektkoordinator Dr. Endika Bilbao Muruaga. Der regelmäßige Inselverkehr mit dem E-Kat biete dafür geeignete Rahmenbedingungen.
Hintergrund ist der hohe Energiebedarf in der Schifffahrt. „In der Schifffahrt brauchen wir deutlich höhere Ladeleistungen als etwa im Automobilbereich“, erläutert Maraike Pommer, Projektmanagerin bei der Reederei Norden-Frisia.
E-Kat im Fokus der Forschung
Die im Projekt entwickelte Lösung sei speziell auf maritime Anwendungen zugeschnitten. Für die Reederei fügt sich das Projekt in eine längerfristige Entwicklung ein. Vorstand Carl-Ulfert Stegmann bezeichnet die Co₂-Reduktion in der Schifffahrt als eines der zentralen Zukunftsthemen der Branche. Bereits umgesetzt wurden unter anderem Photovoltaikanlagen auf rund 600 überdachten Parkplätzen, die zur Energieversorgung des E-Kat beitragen.
Die Mehrkosten für den elektrischen Antrieb des Elektrokatamarans wurden bereits mit 608.000 Euro von der N-Bank gefördert. Die Ladestation wird nun mit rund 650.000 Euro aus dem Bundesministerium für Digitales und Verkehr.
Verfasst von Anja Pape
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