Grafik: NLWKN

Beitrag vom Samstag, 03. Oktober 2020

Dünenverstärkung am Ostheller

Die Arbeitsmaschinen, die noch bis vor kurzem im Hafenbereich zwischengeparkt waren, wurden nun zum Ort der geplanten Maßnahme im Bereich Ostheller gefahren. Dort plant der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in den kommenden Tagen mit einer Verstärkung der Schutzdünen nördlich des Parkplatzes zu beginnen.

Die Fachleute des NLWKN beurteilen regelmäßig mithilfe von computerbasierten Simulationsmodellen die Dünen und stellten in diesem Bereich auf insgesamt 900 Metern eine Fehlmenge fest, gab der Betrieb in einer Pressemitteilung bekannt. Um die Sicherheit für diesen Schutzdünenabschnitt langfristig zu gewährleisten, soll die hier vorhandene Schutzdünenkette in zwei Bauabschnitten mit Sand verstärkt werden. Der Einbau von insgesamt 70.000 Kubikmetern Sand werde mittels Dumpern und Planierraupen in diesem Jahr sowie 2021 erfolgen.

„Die vorhandenen Wege und der Strand werden in den Sommermonaten sehr stark touristisch genutzt. Deshalb finden die Transporte im Winterhalbjahr statt“, erklärt Professor Frank Thorenz, Leiter der Betriebsstelle Norden-Norderney in der Mitteilung. Einzelne Wege zum Strand müssen als Transportwege genutzt werden. Eine Erreichbarkeit des Strandes werde vom NLWKN über Alternativrouten gewährleistet. Fußgänger und Reiter werden allerdings um besondere Vorsicht und Rücksichtnahme gebeten, so Thorenz.

Das Vorhaben

Die verstärkten Dünen erhalten eine Mindestbreite von 20 Meter auf einer Höhe von Normalhöhennull (NHN) plus 6,5 Meter. Sie werden landschaftsgerecht mit höher aufragenden Kuppen und unterschiedlichen Böschungsneigungen gestaltet. Besonders wertvolle Bereiche werden möglichst ausgespart oder die Vegetation an geeignete Standorte umgepflanzt. Der benötigte Sand wird unmittelbar nördlich der Maßnahme am Strand im Bereich der Wasserlinie flächig entnommen. „So können die Transportentfernungen und damit auch Störungen der Natur minimiert werden“, betont Thorenz. Dieser Strandabschnitt werde auf natürliche Weise gut mit Sand versorgt, sodass sich die Entnahmebereiche schnell wieder regenerieren. Nach Abschluss des Sandeinbaues werden die Sandflächen umgehend durch Abdecken mit einer dünnen Lage Heu und anschließendes Pflanzen von Strandhafer gegen Ausblasen durch Windeinwirkung stabilisiert und dann der natürlichen Entwicklung überlassen, so die Mitteilung.

Das auf Norderney genutzte Prinzip werde international erfolgreich angewendet und als „Bauen mit der Natur – Building with nature“ bezeichnet. „Mit den Maßnahmen werde wirksam verhindert, dass die Düne bei Sturmfluten auch im Fall von Dünenabbrüchen durchbrechen könne“, erklärt Thorenz. Das Vorhaben auf Norderney wird mit Mitteln der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes finanziert.

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