DRK setzt auf Gewaltprävention

Foto: DRK Norderney

Beitrag vom Mittwoch, 27. Mai 2026

DRK setzt auf Gewaltprävention

Wenn das Deutsche Rote Kreuz auf Norderney (DRK) bei Großveranstaltungen im Einsatz ist, geht es um schnelle Hilfe, medizinische Versorgung und Unterstützung vor Ort. Doch die Helfer erleben dabei nicht immer nur angenehme Situationen. Gerade bei größeren Veranstaltungen wie White-Sands und Summertime können sich Konflikte anbahnen, die sich weiter zuspitzen. Der DRK-Ortsverein setzt nun auf Prävention und führte eine Schulung für Deeskalation, Gewaltprävention und Notwehr durch.

DRK-Bereitschaftsleiter Peter Haesters berichtete, dass die Gewalt gegenüber Einsatzkräften in den vergangenen Jahren zugenommen habe. Auch persönliche Erfahrungen hätten ihn dazu bewegt, sich intensiver mit dem Thema auseinanderzusetzen und sich auf die Suche nach einem Training im Bereich Prävention, Deeskalierungsverhalten von Einheitskräften zu begeben.

Er wandte sich deshalb an Kai Flagge, ehemaliger Weltmeister im Taijiquan und Trainer für Deeskalation.
Während der dreistündigen Schulung standen Strategien im Mittelpunkt, um Konflikte frühzeitig zu erkennen und zu entschärfen. Themen wie Körpersprache, Ausstrahlung und Affektkontrolle spielten dabei ebenso eine Rolle wie die rechtlichen Grundlagen rund um Notwehr.

„Das Ziel ist definitiv, dass wir gar nicht zu dem kommen, wo wir uns verteidigen müssen“, erklärte Haesters. Im Vordergrund stehe, Situationen frühzeitig zu erkennen, richtig zu reagieren und Konflikte möglichst gar nicht erst entstehen zu lassen. Mit einem 7-Punkte-Plan konnten viele Unsicherheiten bei den Teilnehmenden geklärt und neue Perspektiven geschaffen werden, besonders bei den Themen Ausstrahlung und Affektkontrolle. Ebenfalls im Fokus standen die rechtlichen Grundlagen und die Klärung: Wann handelt es sich um Notwehr und wann wird eine Handlung rechtswidrig?

Der erste Vorsitzende des DRK-Ortsvereins Jerome Johanni sieht einen besonderen Wert in der Anleitung zur mentalen Einstellung, körperlichen Haltung und Gewaltprävention und betont: „Das sind wichtige Elemente für unsere zukünftigen Einsätze.“ Das DRK plant aus diesem Grund, entsprechende Inhalte fest in die Ausbildung und Fortbildung des Ortsvereins aufzunehmen.