Die Flagge weht jetzt unter Wasser

Foto: Ipsen

Beitrag vom Samstag, 27. Juni 2026

Die Flagge weht jetzt unter Wasser

Vor der Küste Maltas liegt in über 30 Metern Tiefe ein ehemaliges Fährschiff der Reederei Norden-Frisia. Seit fast 20 Jahren dient die „Karwela“, ehemals „Frisia II“, Sporttauchern als beliebtes Ziel. Dank zweier Norderneyer weht nun auch unter Wasser wieder die Flagge ihrer Heimatinsel und der Reederei an den einst stolzen Masten. „Frisia II nach 1977 wieder korrekt beflaggt“, vermeldeten sie nach einem Tauchgang und lieferten Beweisfotos aus der tiefblauen Unterwasserwelt. „Rechts Frisia, links Norderney, so wie es sich gehört“, berichtet Holger Ipsen, der gemeinsam mit seinem Freund Johann Janssen die Flaggen im Rahmen ihres aktuellen Tauchurlaubs angebracht hat. Die Frisia-Flagge hatte Janssen, der für den reedereieigenen Inselbus fährt, vor der Abreise direkt von seinem Arbeitgeber erhalten.

Um zu dem Wrack zu gelangen, müssen mehrere Wasserschichten mit Temperaturen von 24 bis unter 14 Grad passiert werden, bis irgendwann das Wrack in Sicht kommt – ein anspruchsvolles Taucherziel, verrät der Berufstaucher und Unterwasserschweißer Ipsen dem Norderneyer Morgen. Dann aber ist das ehemalige Seebäderschiff auch heute noch gut zu erkennen.

Als „Frisia II“ war die Fähre von 1957 bis 1977 von und nach Norderney im Dienst. Durch eine Nachfolgerin ersetzt, wurde sie nach Malta verkauft und fuhr dort unter neuen Namen erst als „Nordpaloma“ und schließlich als „Karwela“. 2002 wurde sie außer Dienst gestellt und 2006 gemeinsam mit einem weiteren Schiff vor der maltesischen Nebeninsel Gozo versenkt.