Booken: 100 Wohnungen in Planung

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Beitrag vom Freitag, 24. April 2026

Booken: 100 Wohnungen in Planung

Auf dem Booken-Areal sollen rund 100 Wohnungen entstehen. Stadt, Stadtwerke und die Wohnungsgesellschaft arbeiten nach eigenen Angaben bereits seit geraumer Zeit an einem entsprechenden Konzept. Angesichts des angespannten Wohnungsmarktes wäre ein solches Bauprojekt für die Insel von großer Bedeutung und eine spürbare Entlastung bei dringend benötigtem Dauerwohnraum.

Derzeit gehen Bürgermeister Frank Ulrichs sowie der Geschäftsführer der Stadtwerke und der Wohnungsgesellschaft Holger Schönemann für die Realisierung von Kosten in Höhe von rund 26 Millionen Euro aus. „Dieses Investitionsvolumen stellt für die Stadtwerke und die Wohnungsgesellschaft eine erhebliche finanzielle Kraftanstrengung dar”, betont Schönemann. Insbesondere vor dem Hintergrund der künftig zu bewältigenden, umfangreichen Investitionen in die Energiewende, die Infrastruktur und Versorgungssicherheit der Insel sei es erforderlich, die Planung wirtschaftlich solide und mit einem klaren Blick auf langfristige Belastungen aufzusetzen.
Schönemann und Ulrichs reagierten zudem auf einen Internetbeitrag der FDP Norderney, die von „zehn Jahren Stillstand“ nach einem gescheiterten Planungsansatz spricht und das Projekt grundsätzlich infrage stellt. Der Bürgermeister widerspricht dieser Darstellung: „Das rund 12.000 Quadratmeter große Areal befindet sich im Eigentum der Stadtwerke und wird seit geraumer Zeit mit hoher Intensität planerisch bearbeitet. Ziel ist es, neben den unlängst erfolgreich abgeschlossenen Wohnungsbaumaßnahmen noch weiteren, dringend benötigten Wohnraum zu schaffen und gleichzeitig den besonderen Anforderungen des Standorts gerecht zu werden.”
Für die planerische Umsetzung wurde ein erfahrenes Architekturbüro aus Darmstadt beauftragt, das das Projekt sowohl in der Entwurfsphase als auch im weiteren Verlauf, insbesondere bei Ausschreibung und Vergabe, begleiten wird, teilte Ulrichs mit. Voraussetzung für die nächsten Schritte ist jedoch, dass sämtliche ökologischen, wasserrechtlichen und baulichen Anforderungen abschließend geprüft und in der Planung berücksichtigt sind.

„Tatsächlich handelt es sich um einen anspruchsvollen Planungsprozess, der mit zahlreichen Prüfungen, Abstimmungen und fachlichen Bewertungen verbunden ist. Diese Schritte sind Voraussetzung dafür, am Ende ein genehmigungsfähiges und wirtschaftlich tragfähiges Projekt realisieren zu können“, betont Ulrichs weiter. Das Areal liegt in einer Wasserschutzzone und unterliegt damit besonderen Vorgaben. Diese Rahmenbedingungen erschwerten die Planung zwar erheblich, ließen sich aber nicht politisch beeinflussen, heißt es von Verwaltung und Stadtwerken.
„Eine vorschnelle Bebauung würde weder den ökologischen Anforderungen noch den langfristigen Interessen der Inselgemeinschaft gerecht werden“, heißt es weiter in der Erklärung von Stadt, Stadtwerke und Wohnungsgesellschaft.

„Im Vordergrund steht für uns die Entwicklung eines belastbaren und genehmigungsfähigen Konzepts, das unter den gegebenen Rahmenbedingungen tatsächlich umsetzbar ist“, informierte Roland Peters, Leiter der Wohnungsgesellschaft.

Die FDP kritisiert hingegen die in der Vergangenheit entstandenen Kosten für den Grundstückskauf sowie für alle bisherigen und aus ihrer Sicht gescheiterten Planungen für das Gelände und weisen auf die wirtschaftlichen Risiken eines kommunalen Bauprojekts hin. Zudem stellen die Liberalen die wasserrechtlichen Rahmenbedingungen infrage und fordern dazu auf: „Die klare Konsequenz aus einer Fehlentscheidung ziehen und das Grundstück vermarkten, statt weiter Geld in den Stillstand zu stecken.