Aqua Ductus: Voruntersuchungen

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Beitrag vom Mittwoch, 17. Juni 2026

Aqua Ductus: Voruntersuchungen stehen bevor

Die ersten Voruntersuchungen für die geplante Wasserstoffleitung Aqua- Ductus könnten bereits auf und vor der Insel beginnen. Darüber informierte die Stadtverwaltung in der Sitzung des Umweltausschuss.

Geplant sind sechs Bohrkernentnahmen im Inselosten sowie zwei Kernbohrungen im Meeresboden vor dem Nordstrand. Nach Angaben der Stadt sollen diese Bohrungen bis in eine Tiefe von 25 Metern reichen.

Auf der Insel sind die Arbeiten zwischen dem 15. Juli und dem 30. September vorgesehen. Die Untersuchungen des Meeresbodens sollten ursprünglich bereits Anfang Juni starten. Die Aqua-Ductus Pipeline GmbH mit Sitz in Kassel, eine Tochtergesellschaft der GASCADE Gastransport GmbH, wartet nach eigenen Angaben noch auf die erforderlichen Genehmigungen.

Das Unternehmen führt derzeit Abstimmungen mit Behörden und weiteren Trägern öffentlicher Belange. Dabei geht es unter anderem um Abstände zu bestehenden Leitungen. Gespräche mit Grundstückseigentümern und Pächtern stehen noch aus.

Mit den Bohrungen und weiteren Vermessungen wollen die Planer Erkenntnisse über die Bodenverhältnisse gewinnen. Diese Daten bilden die Grundlage für die weitere Planung der Wasserstoffleitung.

Kritisch sieht die Stadtverwaltung sowohl den vorgesehenen Zeitplan als auch die bisherige Kommunikation des Projekts. Nach dem Verzicht auf eine Raumverträglichkeitsprüfung seien zahlreiche Fragen offen geblieben.

In einer Stellungnahme fordert die Stadt, die Arbeiten so schonend wie möglich durchzuführen und die Belange des Tourismus stärker zu berücksichtigen. Nach Auffassung der Verwaltung sollten die Maßnahmen möglichst erst nach der Hauptsaison beginnen. Zudem sei eine frühzeitige Abstimmung zwischen Vorhabenträger, Stadt, Staatsbad, Stadtwerken und weiteren Beteiligten erforderlich. Kritisiert wurde insbesondere, dass die Stadt erst vergleichsweise spät über die Planungen informiert worden sei.

Mehrere Ausschussmitglieder äußerten darüber hinaus grundsätzliche Vorbehalte. Sie verwiesen auf die bereits laufenden Offshore-Kabelprojekte im Inselosten und stellten die Frage, wie viele große Infrastrukturvorhaben Norderney künftig noch aufnehmen müsse, ohne ausreichend Einfluss auf die Entscheidungen zu haben. „Wir wollen auch nicht die Energiewende verhindern. (…) Wir kriegen nicht mal einen Ausgleich, wo man hier anfängt, unseren Sommer kaputt zu machen“, kritisierte SPD-Ratsherr Rolf Harms.

Mit Aqua-Ductus soll künftig Wasserstoff aus Offshore-Windparks in der Nordsee an Land transportiert werden. Nach den bisherigen Planungen würde die Leitung im Inselosten anlanden und anschließend unterirdisch Richtung Festland verlaufen. Ob die Pipeline tatsächlich gebaut wird, entscheidet sich erst in den kommenden Genehmigungsverfahren.