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Foto: Sykora

Beitrag vom Freitag, 09. April 2021

Ulrichs: „Wir haben keine andere Wahl“

Bürgermeister Frank Ulrichs begann seinen Bericht auf der vergangenen Ratssitzung mit einer Schweigeminute. Acht Norderneyerinnen und Norderneyer waren im unmittelbaren Zusammenhang mit einer Corona-Infektion verstorben, „die heute alle noch leben würden, wenn sie von einer Ansteckung verschont geblieben wären“, sagte Ulrichs. Die Pandemie habe gezeigt, dass das Coronavirus „erbarmungslos zuerst die Schwächsten unter uns angreift“. Ende Januar und Anfang Februar waren diese Menschen von einem sich sehr dynamisch entwickelndes Infektionsgeschehen im Krankenhaus und Seniorenzentrum betroffen, schilderte der Bürgermeister und bedankte sich in seinem Bericht sowohl bei den Pflegekräften des Krankenhauses als auch bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des To Huus. Bis an die Grenzen der Leistungsfähigkeit unter höchsten persönlichem Einsatz hätten diese alles getan, um nicht nur die Situation wieder in den Griff zu bekommen, sondern darüber hinaus für die Bewohnerinnen und Bewohnern immer noch einen fürsorglichen und den Umständen entsprechenden würdevollen Betrieb aufrecht zu erhalten. Ulrichs dankte zudem den vielen Helferinnen und Helfer, die in der Zeit der größten Not im To Huus ausgeholfen und insbesondere die laufenden Schnelltest mit absolviert haben. „Ohne diese externe ehrenamtliche Hilfe hätte das Krisenmanagement in der Einrichtung nicht aufrechterhalten werden können“, so der Bürgermeister.

Rückblickend stellte Ulrichs fest, seien viele Projekte und Vorhaben sind ins Hintertreffen geraten, Termine, Sitzungen und Prioritäten mussten verschoben werden. Auch nun in der dritten Welle könnten nur alle selbst versuchen, durch unser eigenes Verhalten, durch Vernunft und Achtsamkeit, dazu beizutragen, dass zumindest wir hier auf der Insel nicht ein weiteres Mal einen Corona-Hotspot schaffen. „Mir ist klar, dass die Bevölkerung des Themas Corona überdrüssig ist. Wir haben aber keine andere Wahl“, so Ulrichs. Umso dankbarer sei er für die Zusammenarbeit, von Mitarbeitern des Bürgeramtes aber auch den vielen Freiwilligen, darunter auch die „echt starke Truppe der DLRG, das DRK und die privaten Helferinnen und Helfer“ bei der Impfaktion und dem sehr gutem Ergebnis. Dies sei nicht nur bei der Bevölkerung gut angekommen, sondern auch bei den Verantwortlichen in Aurich. Ulrichs: „Ich möchte auch heute meiner begründeten Zuversicht Ausdruck verleihen, dass auch die nächste Priorität, die über siebzig Jährigen, sowie die näher spezifizierten Berufsgruppen und Personenkreise, bald im Conversationshaus geimpft werden können.“

Neben der Notwendigkeit des Impfens werde nach seiner Einschätzung nur eine ausgefeilte Teststrategie Norderney nach vorne bringen, denn gut gemeinte lokale Öffnungen der Außengastronomie und des Einzelhandels brächten nichts, solange keine Touristen kommen dürfen.
Gemeinsam mit den anderen Ostfriesischen Insel stehen die Inselbürgermeister und Touristikern im Austausch mit dem Wirtschaftsministerium und der Staatskanzlei und haben im Vorgriff auf zu erwartende rechtliche Regelungen als sogenannte Modellregion beworben. Dabei gehe darum Wege aufzuzeigen, wie auch der Tourismus unter Corona-Bedingungen verantwortbar durchführbar wäre.
Wir wollen zeigen, dass auf der Grundlage eines fein abgestimmten Stufenmodels zur langsamen Wiederöffnung, begleitet mit einer ausgefeilten Teststrategie, die verpflichtend spätestens am Fähranleger auf dem Festland beginnt und sich hier auf den Inseln fortsetzt, durchaus die Möglichkeit besteht, losgelöst von einem dauerhaften und nicht endenden Lockdown den Menschen eine sichere Perspektive zu geben.

Unabhängig von einer formalen Anerkennung ist uns dennoch wichtig, Konzept in der Schublade zu haben, denn wenn es irgendwann wieder losgeht, dann müssen wir gewappnet sein.

In diesem Kontext möchte ich Sie alle motivieren, von den kostenlosen Schnelltest Gebrauch zu machen, die auch hier auf der Insel angeboten werden. Entweder im Testcenter bei CociMedical, den Apotheken oder kontaktieren Sie im Zweifel ihren Hausarzt. Stadt und Staatsbad sind heute innerhalb von acht Tagen das zweite Mal seitens einer Apotheke durchgetestet worden.

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